Flüchtlingsunterkünfte: Rosenthal will Hofraithe und Residenz kaufen

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Die Hofraithe im Altstadtkern: Sie Soll nach dem Kauf durch die Stadt nicht als Flüchtlingsunterkunft, sondern weiter als touristische Einrichtung betrieben werden. Notwendig ist dafür allerdings ein Weiterverkauf, durch den die Stadt einen Teil der Ausgaben refinanzieren will. 

Rosenthal. Um auf die Zuweisungen weiterer Flüchtlinge reagieren zu können, plant die Stadt Rosenthal den Kauf der Ferienanlage „Hofraithe“ im Altstadtkern, zu der auch das Haus „Residenz“ in der Straße „Im Sack“ gehört.

Im Haushaltsentwurf für 2016 hat die Stadt einen Betrag von 500 000 Euro eingestellt, um den Gebäudekomplex bei Bedarf erwerben zu können. Der Haushaltsplan wurde am Montagabend im Parlament vorgestellt und geht nun zur Beratung in die Ausschüsse.

„Wir wollen bei der Unterbringung der Flüchtlinge handlungsfähig bleiben", sagte Bürgermeister Hans Waßmuth gegenüber der HNA. Er geht davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Flüchtlinge nach Rosenthal kommen

Aktuell leben in der Stadt neun Flüchtlinge. Waßmuth rechnet damit, dass die Stadt bis Ende 2015 noch 19 weitere Asylsuchende aufnehmen muss. Der HNA sagte er, dass mit Blick auf das kommende Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit weiter Wohnraum angeboten werden müsse - auch in Rosenthal. Mit der Bereitstellung von Haushalts-Mitteln in Höhe von 500 000 Euro für den möglichen Kauf der Hofraithe samt Residenz wolle die Stadt daher Voraussetzungen schaffen, um auf die steigenden Flüchtlingszuweisungen reagieren zu können.

Und das ist der Plan: Die Hofraithe mit Residenz, die derzeit vom Eigentümer Pitt Fischer für 780 000 Euro zum Verkauf angeboten wird, soll von der Stadt erworben werden. Bislang gibt es zwischen beiden Parteien noch keine Einigung über den Kaufpreis, wie Pitt Fischer der HNA bestätigte.

Nach einem erfolgreich über die Bühne gebrachten Kauf soll die Residenz in der Straße „Im Sack“ für Flüchtlinge hergerichtet werden. In dem Gebäude können laut Waßmuth je nach Aufteilung zwischen 35 und 50 Personen Platz finden. „Wir haben das Objekt mit einem Mitarbeiter des Wohnraummanagements des Kreises besichtigt. Es ist in einem guten Zustand“, so Waßmuth.

Residenz: Dort sollen nach den Plänen der Stadt künftig Flüchtlinge untergebracht werden.

Die Hofraithe, die Platz für 200 Personen bietet, soll nach dem Kauf - anders als die Residenz - keine Flüchtlingsunterkunft werden. Sie soll stattdessen direkt weiterverkauft und von dem neuen Besitzer wieder als touristische Einrichtung betrieben werden. „Es wird sicher nicht so weit gehen, dass wir die Hofraithe auch mit Flüchtlingen belegen müssen. Eine so hohe Zahl an Zuweisungen erwarten wir nicht. Daher sollen dort auch keine Asylsuchenden einquartiert werden“, sagt Waßmuth.

Doch warum will die Stadt die Hofraithe überhaupt kaufen? Würde ein Einzel-Erwerb der Residenz nicht ausreichen? „Der Besitzer will die Gebäude nur als Gesamtkomplex veräußern“, erklärt der Rathaus-Chef.

Mit dem Kauf will Rosenthal bei der Flüchtlingsunterbringung das Heft in den eigenen Händen behalten. Dass der Besitzer das Areal behält, um selbst mit dem Kreis Verträge für die Unterbringung von Flüchtlingen abzuschließen, ist aus Sicht des Bürgermeisters keine Option. „Sollen wir dem Kreis überlassen, wo er in Rosenthal Flüchtlinge unterbringt?“, fragt er. Man wolle als Verwaltung selbst in der Lage sein, die Aufnahme von Asylsuchenden zu regeln.

Dass der Besitzer in Sachen Flüchtlingsunterbringung tatsächlich selbst aktiv wird, ist ohnehin eher unwahrscheinlich. „Ich bin Mitte 70. Warum soll ich damit jetzt noch anfangen“, sagte Pitt Fischer gegenüber unserer Zeitung.

Was passiert aber, wenn der Kauf von Hofraithe und Residenz nicht klappt? Waßmuth: „Es gibt in Rosenthal viel Leerstand, wir haben diesbezüglich Alternativen geprüft.“ Eine Beteiligung an einer möglichen weiteren landkreisweiten Bestellung von Wohncontainern sei daher nicht geplant.

Welche Investitionen die Stadt Rosenthal im Jahr 2016 noch plant, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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