Gästehaus bietet Platz für 120 Menschen

Die Rosenthaler Hofraithe bleibt Herberge

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Sind fleißig am Renovieren: Stefan (58) und Laila Kolbeck (57) sind dabei, die Hofraithe in Rosenthal zu modernisieren. Momentan wird zum Beispiel eine Zisterne gesetzt. 

Rosenthal. Stefan und Laila Kolbeck sind die neuen Herren der Hofraithe. Stück für Stück sanieren sie den historischen Gebäudekomplex und seine Apartments im Ortskern. 

Eine Anzeige, ein Besuch und eine begeisterte Ehefrau – so ist Stefan Kolbeck neuer Besitzer der Hofraithe in Rosenthal geworden. Das war im März 2016. Inzwischen hat sich in dem historischen Gebäudekomplex im Ortskern viel getan. Eines ist gleich geblieben: „Wir nutzen und werden die Hofraithe auch weiterhin als Unterkunft für Gäste nutzen“, versicherte Kolbeck bei einem Rundgang mit Rosenthalern CDU-Mitgliedern, der Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und dem Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert.

Kolbeck schmunzelt, wenn er die Frage beantwortet, warum ein Ehepaar aus Erlangen jede Woche für ein paar Tage mitten in den Burgwald fährt. Er habe zwar eine Möglichkeit zum Investieren gesucht, auch mit der Absicht, seinen Job als Projektmanager in der Energiewirtschaft irgendwann aufzugeben, „aber das hier war mir eigentlich eine Nummer zu groß“. 

Seine Frau aber, die über 20 Jahre in der Reisebranche arbeitete, sah die Möglichkeiten, die ein so großes Objekt bietet. Denn die Hofraithe bietet neben den Unterkünften auch viele Räume und Orte, die sich zum Feiern und zum Verweilen eignen.

„Wir wollen preisbewusste Gruppen ansprechen, die einen Ort brauchen, um sich zu treffen“, erklärt Stefan Kolbeck. Diesen stehen dann Wohneinheiten mit unterschiedlich vielen Betten, immer mit Küchenzeile und oft auch mit Gesellschaftsraum, zur Verfügung. Wenn Kolbecks nicht da sind, kümmern sich vier lokale Mitarbeiter um die Gäste.

1500 Übernachtungen gab es in diesem Jahr bisher. Vor einigen Wochen war zum Beispiel ein Biker-Club zum Jahrestreffen da, aber auch eine große Familienfeier sei hier vor Kurzem gefeiert worden. In Zukunft soll auch der Hof der Hofraithe noch ausgiebiger für Veranstaltungen genutzt werden, etwa für Open-Air-Kino, Theater und im nächsten Frühjahr hoffentlich ein großes Fest.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: „Wir entdecken immer wieder Überraschungen“, sagt Kolbeck und meint den Sanierungsstau. Dessen Ausmaßes war das Paar sich beim Kauf nicht bewusst. Ein besonders großes Problem: die Heizung. „Schon meine Mutter hat gesagt: ‘In der Hofraithe ist es immer so kalt’“, sagte eine Rosenthalerin beim Rundgang. 

Das Problem sei inzwischen behoben, sagt Laila Kolbeck: „Wir hatten schon Gäste da, die vor einigen Jahren bereits zu Besuch waren und mit vielen Pullis und Jacken anreisten und dann sagten, jetzt sei es fast zu warm.“

Damit es in dem alten Gemäuer so warm bleibt, fließe allerdings sehr viel Heizöl. Um die Heizung möglichst schnell ersetzen zu können, hoffe man auch auf Fördergelder, so Stefan Kolbeck. Überhaupt würde er sich mehr Unterstützung der Stadt für den Erfolg des Projektes Hofraithe wünschen.

Und noch eine weitere Bitte hat Kolbeck. Diesmal allerdings an die Rosenthaler Bürger: „Wer alte Bilder von der Hofraithe hat, der melde sich bitte bei mir, wir würden die hier gerne zeigen“. www.hofraithe.de


Hintergrund: 

Um Flüchtlinge unterzubringen, hatte die Stadt die Hofraithe samt Residenz im Dezember 2015 gekauft. Das ging nur als Gesamtpaket, weil der Verkäufer Pitt Fischer seine Gebäude nur als solches anbot. Allerdings war immer nur die Residenz als Unterkunft für Flüchtlinge geplant. Dort wohnen heute noch etwa 40 Flüchtlinge. 

Pitt Fischer hatte die Hofraithe Anfang der 80er Jahre gekauft und saniert. 1983 wurde sie als Hotel eingeweiht, ab 1988 wurde sie für einige Jahre als Unterkunft für deutschstämmige Ostaussiedler und als Außenstelle des Hessischen Flüchtlingswohnheims Homberg/Efze genutzt , bevor sie wieder zur Unterkunft für Feriengäste wurde. 

Bürgermeister Hans Waßmuth äußerte bei der Begehung vor wenigen Wochen noch einmal Unmut über die schwierige Zusammenarbeit mit Fischer. „Herr Kolbeck ist sehr offen, aber natürlich ist er auch ein Geschäftsmann, der Geld verdienen muss“, sagte Waßmuth über den neuen Besitzer. (mia)

Quelle: HNA

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