Beispiel für andere

Rosenthaler Schulen zeigen, wie Inklusion im Kreis funktioniert

Einblick in die Inklusionsarbeit in der Rosenthaler Schule: Die Schulleiterin der Nicolaus-Hilgermann-Schule, Ines Franke (am Tisch, 6. von links), und ihre Kollegin von der Karl-Preising-Schule, Katrin Reese (daneben), begrüßten unter anderem Landrat Dr. Reinhard Kubat (8. von links). Foto: Daum

Waldeck-Frankenberg. Dr. Reinhard Kubat (SPD) sprach von einem „Aushängeschild in Waldeck-Frankenberg". Der Landrat zeigte sich begeistert darüber, dass die Schulgemeinschaft in Rosenthal, bestehend aus der staatlichen Nicolaus-Hilgermann-Grundschule und der privaten Karl-Preising-Förderschule, in allen vier Kooperationsklassen die Kinder inklusiv beschult.

„So etwas hat es im Kreis bisher noch nicht gegeben. Von Ihnen können andere Schulen lernen“, so Kubat.

Vier Jahre haben die Schulen daran gearbeitet, um einen kompletten Inklusionsunterricht anbieten zu können. Seit Schuljahresbeginn werden nun in allen vier Jahrgangsstufen Kinder mit Behinderungen oder mit besonderem Förderbedarf mit nicht behinderten Kindern unterrichtet. Die Jahrgangsstufen, in denen jeweils etwa 25 Schüler sitzen, sind noch einmal in zwei Klassen unterteilt, in denen sowohl Regel- als auch Förderschüler zusammen unterrichtet werden. Für die Klassen stehen ein Förderschullehrer und ein Grundschullehrer zur Verfügung. „Die Kooperationsklassen sind mit 12 bis 13 Kindern klein. Das lässt einen Unterricht zu, in dem die Förderschüler bestens betreut und die Regelschüler keine Einschränkungen haben und ihr Lernziel erreichen“, sagt Katrin Reese von der Karl-Preising-Schule.

Die Schulleiterin der Nicolaus-Hilgermann-Schule, Ines Franke, erinnert daran, dass einige Eltern skeptisch gewesen seien und die Frage gestellt hätten, ob ihr nicht behindertes Kind in einer inklusiven Klasse denn überhaupt genügend berücksichtigt werde. „Die Eltern haben schnell gemerkt, dass sich für die Kinder im Vergleich zum Unterricht in einer Regelschule gar nichts ändert“, betont Franke.

Und Lothar van Eikels vom staatlichen Schulamt Fritzlar berichtet: „Sämtliche Studien bestätigen, dass alle Kinder von einem inklusiven Unterricht profitieren. Die Regelschüler lernen noch mehr Sozialkompetenz, weil sie im Alltag ihren behinderten Schulkameraden helfen“, sagt er. „Wenn Schüler gewohnt sind, sich neuen Aufgaben zu stellen, werden sie fitter.“ Darauf wies auch Landrat Kubat hin: „Die Botschaft ist eindeutig: Kein Kind bleibt zurück.“

Ines Franke weist zudem darauf hin, dass ein Großteil der Schüler mit Förderbedarf auch nach der Zeit in der Grundschule weiter in inklusiven Unterrichtsmodellen an weiterführenden Regelschulen bleiben kann. „Natürlich gibt es immer Schüler, für die der Sprung zu groß ist und die dann eine Förderschule besuchen. Aber es gibt eben auch viele, die es schaffen.“

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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