Frankenberger Bürgermeisterwahl: Altbürgermeister stellt Programm „Viel erreicht – vieles zu tun“ vor

Rüdiger Heß: „Nein zur Galerie, Ja zur Eder-Öffnung“

- Frankenberg (rou). Kompetent, erfahren, bürgernah: Mit diesen Attributen wirbt Rüdiger Heß im bevorstehenden Bürgermeisterwahlkampf für sich. In seinem Wahlprogramm knüpft der Frankenberger Altbürgermeister inhaltlich an seine erste Amtszeit an.

Die Stadt von Iller und Mones sei nicht nur Heimat für ihn, sondern eine Herzensangelegenheit, erklärt Rüdiger Heß in der Einleitung seines Wahlprogrammes „Viel erreicht – vieles zu tun“. Viel „haben wir in den vergangenen Jahren für unsere liebenswerte Stadt erreicht“, betont der Altbürgermeister, der aus der CDU ausgetreten ist und als parteiloser Bewerber ins Rennen um den vakanten Posten im Stadthaus geht. „Doch noch immer gibt es viel zu tun“, sagt er.

Mit vier Schwerpunktthemen will Heß im Wahlkampf Akzente setzen. Und dabei knüpft der 55-Jährige an Themen an, mit denen er sich auch schon in seiner ersten Amtszeit zwischen 1998 und 2004 beschäftigt hat. Allen voran steht der Dialog mit den Bürgern. „Es gibt ein großes Misstrauen gegenüber der Politik“, ist er überzeugt. Durch einen „offenen und konsensorientierten Politikstil“ wolle er dem Politikfrust entgegenwirken. Dass dies gelingen kann, habe er im Rahmen der Lokalen Agenda 21 zu Beginn seiner ersten Amtszeit unter Beweis gestellt. Als parteilosem und unabhängigem Bürgermeister würde ihm dies auch künftig einfacher gelingen als anderen. In einem Bürgerhaushalt sieht Heß ein probates Mittel, Fehlinvestitionen vorzubeugen.

Warum Ampel statt Kreisel?

Ein „ganzheitliches Verkehrskonzept“ verspricht Heß im Falle seiner Wahl am 26. Februar. Aufbauend auf den seinerzeit von ihm initiierten Maßnahmen Ausbau der Siegener Straße, Bau einer weiteren Eder-Brücke, Bau der Südumgehung und Errichtung des Kreisverkehrsplatzes am Linnertor müsse das Ziel sein: „Der Verkehr muss flüssig fließen; es darf kein Halt durch eine rote Ampel geben.“ Heß kritisiert vor allem die Entscheidung, im Zuge des Umbaus des Kreuzung Bahnhofstraße/ Bottendorfer Straße erneut eine Ampel und keinen Kreisel zu planen. Ein neues Konzept sei auch für die Uferstraße, die Bremer Straße und Auf der Nem-phe erforderlich, „um zeitnah eine Öffnung der Neustädter Straße zur Eder“ zu erreichen.

Unter Stadtentwicklung versteht Heß unter anderem, die Fußgängerzone „mehr ins Zentrum der städtischen Planung“ zu stellen, immerhin sei die Ausrichtung als Einkaufsstadt für das Mittelzentrum bedeutsam. Fernab der Bauantragsstellung der niederländischen Ten-Brinke-Gruppe für das Einkaufszentrum „Frankenberger Tor“, lange Zeit unter dem Namen „Eder-Galerie“ diskutiert, kritisiert der Bürgermeisterkandidat die Entwicklung. „Ich halte die geplanten Sortimente in dem Einkaufszentrum vor den Toren der Fußgängerzone für falsch, denn Bekleidungs- und Schuhgeschäfte gehören in die Fußgängerzone.“ Ein gut sortierter Vollsortimenter könne jedoch sehr wohl zur Stärkung des Mittelzentrums beitragen.

Energiewende und Bauland

Als Fehler bewertet Heß den Standort der geplanten Biogasanlage. Zwischen 2005 und 2011 habe Frankenberg 571 Bürger verloren. Unternehmen würden schon jetzt über Fachkräftemangel klagen. Für die Entwicklung der Kernstadt sei deshalb die Ausweisung von attraktivem Bauland bedeutend. „Durch unnötige Diskussionen um den Bau der Biogasanlage nah der Wohnbebauung lassen sich städtische Grundstücke im neu ausgewiesenen Baugebiet Bockental nur schwer verkaufen. „Für die Weiterentwicklung der ,Familienstadt mit Zukunft‘ ist der Zuzug von bauwilligen Familien zwingend erforderlich.

Unter seiner Regie als Bürgermeister sei Frankenberg im Jahr 2001 als zweite deutsche Stadt als Solarkommune ausgezeichnet worden. Doch nicht nur die Politiker, sondern auch die Bürger sollten in die Planung der Energiewende eingebunden wer-den. Gemeinsam sollte die Idee der Energiegenossenschaft vorangetrieben werden. „Wir sollten den engagierten Bürgern ihre Motivation nicht nehmen.“

Grundsätzlich stünde er regenerativem und dezentralem Energieeinsatz offen gegenüber: von Photovoltaik- über Windenergie- bis zu Biogasanlagen. Einen weiteren Ansatz sieht Heß in der Ansiedlung von Betrieben, die regenerative Energieträger und dezentrale Energiesysteme entwickeln, produzieren und vertreiben. Mit Burgwalds Bürgermeister wolle er für mehr Schwung bei der Vermarktung des Interkommunalen Gewerbegebiets sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare