Uhr ruft im Notfall Hilfe: Battenberger testen Smart-Watch

Praxis-Versuch mit Smart-Watches: (von links) Anja Schiers, Michael Arnold, Siegfried Franke, Jörg Hofmann (BSC), Prof. Dr. Diethelm Bienhaus, Ulrike Arnold, Renate Drechsel und Software-Entwickler Dr. Ing. Rainer Lutze zeigen die Geräte. Foto: Hoffmeister

Battenberg. Fünf Frauen und Männer des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes testen vier Wochen lang Smart-Watches. Der Kleincomputer, den man am Handgelenk trägt, kann im Notfall Hilfe rufen und Demenz-Patienten eine Hilfe im Alltag sein.

„Gerhard, du verlässt die vereinbarte Umgebung“, warnt der kleine Computer am Handgelenk. Weiß auf Schwarz kann man es lesen. Kehrt man in den vorher einprogrammierten Radius zurück, bedankt sich das Gerät: „Danke, dass du wieder zu Hause bist.“

Doch der Mini-Computer kann noch mehr: Hilfe rufen, zum Beispiel, wenn ein älterer Mensch stürzt. Oder den Herd automatisch abschalten, wenn man das Haus verlässt.

Das System befindet sich noch in der Entwicklung. Fünf Mitglieder des Battenberger Nachbarschaftsnetzwerkes - Anja Schiers, Siegfried Franke, Michael und Ulrike Arnold sowie Renate Drechsel - haben sich bereit erklärt, die so genannten „Smart-Watches“ über vier Wochen zu testen.

Das Projekt der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen und dem Battenfelder Software-Unternehmen BSC wird vom Land Hessen finanziert. „Ziel des Praxistests ist es, herauszufinden, wie Personen mit der Smartwatch in ihrem Alltag umgehen und mit ihrer Steuerung zurecht kommen“, sagt Prof. Dr. Barbara Klein vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Uni Frankfurt.

Rede und Antwort standen den Probanden bei der Übergabe der Smart-Watches die Software-Entwickler Dr. Ing. Rainer Lutze, Jörg Hofmann von der Battenfelder Firma BSC und Prof. Dr. Diethelm Bienhaus von der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Es geht darum, ein Haus-Notrufsystem mit einer Haustechnik-Automation zu verbinden, die das Battenfelder Unternehmen BSC schon länger im Angebot hat. Mit deren Software kann man beispielsweise das Licht, die Heizung oder die Rollläden eines Wohnhauses über eine App vom Smartphone oder Tablet aus steuern. Am Ende könnte ein Produkt stehen, das sich in Senioren-Einrichtungen oder bei Demenz-Patienten bewährt.

Die Smart-Watch hat einen eingebauten GPS-Sensor, mit dem man im Notfall - über den Netzbetreiber (Provider) - den jeweiligen Aufenthaltsort des Benutzers ermitteln kann. Mit der Smart-Watch kann man auch telefonieren - zum Beispiel mit dem Rettungsdienst. Die Verbindung wird nach einem vom Gerät erkannten Sturz automatisch aufgebaut, wenn der Nutzer einen „Voralarm“ ignoriert.

„Das Gerät misst auch den Puls. Die Daten werden aber noch nicht übertragen“, sagt Software-Entwickler Lutze.

Einige „Kinderkrankheiten“ sind schon bekannt. So muss die Smart-Watch jede Nacht mit einem umständlich zu installierenden Stecker aufgeladen werden. „Manchmal ist schon nach drei oder vier Stunden die Batterie leer“, räumt Lutze ein.

Die Firma BSC hat Schalter entwickelt, bei denen allein der Druck genügend Elektrizität für einen Funk-Impuls erzeugt. Als Stromquelle sei die Bewegung allein jedoch nicht ausreichend, sagt Lutze. „Da müssten Sie schon den ganzen Tag Purzelbäume schlagen.“

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Quelle: HNA

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