Ausstellung zum „Schutz vor K.o.-Tropfen“

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Getränke in der Disco nicht offen stehen lassen: Wie es geht, zeigen die Initiatorinnen der Ausstellung „Schutz vor K.o.-Tropfen“ (von links) Beate Friedrich, Leiterin des Frauenbüros des Landkreises, Heike Höhl, Leiterin der Frankenberger Stadtjugendpflege, und Monika Lacher, Beratungslehrerin an der Frankenberger Edertalschule. Foto: Nickoll

Frankenberg. Von K.o.-Tropfen gehört haben viele Schüler im Landkreis Waldeck-Frankenberg schon einmal, doch wie sie als Opfer damit umgehen sollten, wissen nur wenige. Deshalb zeigt das Jugendhaus Frankenberg jetzt die Ausstellung „Schutz vor K.o.-Tropfen“.

Diese Drogen führen zu Blackouts mit fatalen Folgen: Opfer werden vergewaltigt oder ausgeraubt. „Es gibt eine sehr hohe Dunkelziffer von jungen Frauen, denen die geschmacks- und geruchsneutralen Tropfen verabreicht wurden, die es aber nicht gemerkt haben“, sagt Beate Friedrich, Leiterin des Frauenbüros des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Studenten des Fachs Mediengestaltung der Darmstädter Peter-Behrens-Schule haben sich auf 24 verschiedenen Postern mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Poster im DIN-A-3-Format waren ursprünglich einmal Postkarten. Wegen der großen Nachfrage werden sie in einer Wanderausstellung an mehreren Orten in Hessen gezeigt.

Das größte Problem sei, dass die K.o.-Tropfen, die zum Beispiel in Diskotheken in offene Getränke getröpfelt werden, schwer nachzuweisen seien, so Beate Friedrich. Weil die Opfer selbst nicht wissen, was passiert ist und deshalb auch nicht, was sie anzeigen sollen, ist die Dunkelziffer sehr hoch. „Oft wird den Opfern nicht geglaubt, weil die Folgen ähnlich sind wie beim Drogen- und Alkoholkonsum“, erläutert Beate Friedrich.

Zu sehen ist die Ausstellung ab Dienstag, 20. Mai, zwei Wochen lang.  

Ort: Jugendhaus, Hainstraße 3

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 15 und 20 Uhr und Freitag, 14 bis 17 Uhr

Für Schulklassen ist sie auch vormittags geöffnet.

Anmeldung: Jugendhaus@frankenberg.de

Doch das Problem ist der Polizei im Landkreis bekannt. So habe der Bericht einer Beamtin beim Runden Tisch zum Thema „Gewalt im häuslichen Bereich“ erst den Ausschlag für die Ausstellung gegeben, so Beate Friedrich, deren Büro die Federführung inne hat. Dieser Bericht und ein Besuch der Ausstellung waren die Gründe dafür, die Kunstwerke in Frankenberg zu zeigen.

Als Leiterin des Frauenbüros hatte sie auch schon mit Opfern zu tun: „Ein Opfer hat einmal berichtet, dass es ein Gefühl ist, als ob man aus dem eigenen Körper gebeamt worden wäre“, so Beate Friedrich.

Heike Höhl, Leiterin der Stadtjugendpflege, erinnert sich an den Fall einer Viertklässlerin im Jugendhaus: „Dass bekommst du ins Getränke gemacht und dann weißt du nicht mehr, was passiert ist“, habe ihr das Mädchen berichtet.

Von Nina Nickoll

 

Quelle: HNA

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