Gedenktag

Rundgang erinnerte an den Brand von 1868 in Laisa

+
Einsatzgruppe: (von links) Bürgermeister Christian Klein, Michael Schneider, Michael Grings, Norbert Naumann, Hendrik Reitz, Sabrina Herzog und Stefan Paulus. Sie zeigten den Gästen, dass die 174 Jahre alte Handdruckspritze – Zeitzeugin der Brandkatastrophe – durchaus noch in der Lage ist, ein kleines Feuer zu löschen.

Am 26. Juli 1868 ist Laisa bei einem Großbrand vollständig zerstört worden, 142 Gebäude brannten nieder, nur wenige blieben stehen. 150 Jahre nach der Katastrophe kamen rund 200 Menschen zum Brandgedenktag.

Ortsvorsteher Jörg Paulus und der Vorsitzende des Frankenberger Geschichtsvereins, Karl-Herrmann Völker, informierten bei einem geschichtlichen Dorfrundgang über den Brand, aber auch über die anschließende große Hilfsbereitschaft.

Im abwechselnden Dialog, unterlegt mit noch existierenden Dokumenten und Listen sowie den Aufzeichnungen von Jakob Mankel und Karl Sturm, gelang es beiden, ihre Zuhörer auf die Zeitreise mitzunehmen. „Es war ein Sommertag mit heißer Temperatur wie heute“, sagte Karl-Herman Völker und blickte über Laisa hinaus auf andere Brandkatastrophen im Frankenberger Land im 19. Jahrhundert. „Aber kein anderer Ort hat für dieses Ereignis so viel kollektive Erinnerung entwickelt wie Laisa, wo man seit 1869 jährlich mit Gottesdiensten der Verwüstung des Dorfes gedenkt“, sagte Völker. „Dass sogar die damals eingesetzte Handspritze aus 1844 und eine vom Feuer gezeichnete Kirchenlinde noch vorhanden sind, ist ebenso einmalig. Der heutige Dorfrundgang ist identitätsstiftend für die gesamte Dorfgemeinschaft.“

Mit Plänen: Die beiden Moderatoren des Brandrundgangs, Jörg Paulus und Karl-Hermann Völker, zeigen hier Pläne und historische Zeitungsblätter. Jörg Paulus (links) mit dem neuen gradlinigen Bebauungsplan von Laisa. Karl-Hermann Völker zeigt das als Haufendorf angelegte Laisa vor dem Brand.

„Hier im Haus des damaligen Bürgermeisters Busch war das Feuer ausgebrochen. Verursacher soll sein 16-jähriger Sohn gewesen sein, der später den Druck, der auf ihm lastete, offenbar nicht mehr aushielt – er wanderte nach Amerika aus“, erklärte Jörg Paulus.

An der Kirche wurden die vielen Gäste vom Männerchor mit „Glocken der Heimat“ begrüßt. Paulus und Völker informierten hier über Hilfe aus ganz Deutschland, vom hochrangig besetzten Hilfskomitee bis zu Kaffeekränzchen, die damals zugunsten „der Abgebrannten von Laisa“ veranstaltet wurden. Und sie zeigten Pläne des Wiederaufbaus, die heute noch den Grundriss des Dorfes prägen.

Spende an Diakoniestation

Zu den Ehrengästen gehörten ausdrücklich auch die Ortsvorsteher der Nachbarorte: „Mit dem Brandgedenktag wollen wir allen Danke sagen, die damals Laisa geholfen haben“, so Paulus. „Als kleines Zeichen unserer Dankbarkeit werden wir von der Vereinsgemeinschaft 500 Euro an die Diakoniestation für Biedenkopf und das Obere Edertal spenden, die Menschen hier in den Dörfern betreut“, sagte Paulus. Die Besucher am Donnerstag erhöhten den Betrag noch durch eigene Spenden.

Mit einer kleinen Löschszene zeigten Feuerwehrleute in historischen Uniformen, dass die alte Handspritze von 1844 noch funktioniert. Sie hatte ausgerechnet beim Großen Brand 1868 versagt. Pfarrer Stefan Peter hielt zum Abschluss eine Gedenkandacht, in der er auch sagte: „Das schwere Schicksal von damals hat in Laisa zu einer starken Gemeinschaft geführt, die heute noch spürbar ist.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare