Frankenberger Bürgermeisterwahl: Parteiloser Bewerber stellt Programm vor, bei dem Gemeinwohl im Mittelpunkt steht

Rupert Jaeschke: „Bürger und Wirtschaft einbinden“

- Frankenberg (rou). Mit acht Themen will der parteilose Bürgermeisterkandidat Rupert Jaeschke im Wahlkampf punkten. Sein übergeordnetes Motto: „Mit mehr Dialog gemeinsam ans Ziel.“

Aus Sicht von Jaeschke gibt es für den neuen Bürgermeister „viel zu tun“. Im Dialog, teamorientiert und effizient werde er diese Aufgaben im Falle seiner Wahl angehen, verspricht der Volkswirt. „Denn als Unternehmer bin ich es gewohnt, den Worten auch Taten folgen zu lassen.“ In der Pflicht sieht er aber nicht nur den Chef des Rathauses, sondern auch die Bürger und die Unternehmer. Auch aus finanzieller Sicht sei es wichtig, sich gemeinsam für das Gemeinwohl Frankenbergs zu engagieren. Die Aufgabe eines Bürgermeisters sieht er nicht allein darin, zu entscheiden, sondern Botschafter der Stadt zu sein, Menschen zusammenzubringen und vor allem Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frankenberg weiterentwickelt werden kann und noch lebenswerter wird.

Nach Studium des Haushalts steht für Jaeschke fest, dass „eine kurzfristige Sanierung des Haushalts nur sehr schwer umsetzbar ist.“ Einen Ansatzpunkt sieht er im Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit. Andere, profitable Bereich, als Beispiel nennt er die EGF, müssten ausgebaut werden. In der Steigerung der Attraktivität der defizitären Einrichtungen, etwa des Schwimmbades, sieht er ein probates Mittel, die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Finanziell entlastet werden könnte die Stadt auch durch eine stärkere Beteiligung der Wirtschaft an Investitionen. Und auch eine Bürgerstiftung könnte helfen.

Bürgerstiftungen gründen

Erhebliches Potenzial sieht Jaeschke in der Akquise neuer Firmen für Frankenberg. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht viel getan.“ Doch er sei überzeugt, dass die Stadt für Dienstleistungsbetriebe durchaus interessant sei, weil die Lebensqualität in Frankenberg hoch sei. Wirtschaftsförderung und Stadt müssten an einem Strang ziehen, um mit den „weichen Standortfaktoren“ zu werben. Auch für Existenzgründer sollte die Stadt attraktiver werden. Jaeschke denkt dabei an ein „Start-up House“, in dem Gründer kostengünstig Gewerbeflächen mieten können, und an „Business Angels“, also Menschen, die Gründern finanziell unter die Arme greifen. Der neue Bürgermeister müsse Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen fördern, um „der Abwanderung von qualifiziertem Nachwuchs entgegenzuwirken“. Obwohl der Qualitätsgedanke im Frankenberger Tourismus Einzug gehalten habe, sieht er weiteres Potenzial. Die Stadt müsse sich noch besser mit den umliegenden Tourismusregionen vernetzen, mit „pfiffigem Marketing“ für sich werben und die Schaffung neuer Freizeitmöglichkeiten wie einen Baumkronenpfad, einen Hochseilgarten oder einen Waldlehrpfad fördern. Vor allem das Teichgelände mit Frei- und Hallenbad, der Ederberglandhalle und der Gastronomie biete eine gute Basis für ein attraktives Fitness- und Wellness-Zentrum. In der Pflicht sieht er „privatwirtschaftliche Initiativen“. Wenn weitere Hotels und Pensionen gebaut würden, könne der Umsatz insgesamt in der Stadt gesteigert werden.

Die Stadtsanierung kann in den Augen von Jaeschke nur im Dialog mit dem Kaufmännischen Verein und den Immobilienbesitzern verfolgt werden. „Der Bürgermeister muss den ganz großen Wurf wagen“, sagt er. Seine Vision sei ein harmonisches Miteinander von Fußgängerzone und dem geplanten Einkaufszentrum „Frankenberger Tor“. In der zweiten Entwicklungsphase müsse die Stadt zur Eder geöffnet werden. Wichtig sei ein breit gefächertes Gastronomie-, Unterhaltungs- und Kulturangebot. „Der Bürgermeister braucht unternehmerischen Ideenreichtum, Tatendrang und den Blick für das Machbare.“ Parallel zu dieser Entwicklung sei ein Verkehrskonzept, von Stadtbussen über Kreisverkehre bis zu seniorengerechten Fußgängerwegen, sowie ein Parkkonzept nötig.

„Wohlfühlindex erhöhen“

Das Programm „Familienstadt mit Zukunft“ ist für den Bankenberater die ideale Basis, um den „Wohlfühlindex“ in Frankenberg zu erhöhen. Die Zuschüsse aus Wiesbaden müssten „optimal und effizient“ eingesetzt werden. Als Bürgermeister würde er den Dialog der Generationen fördern, Jugendlichen Möglichkeiten zum Ausleben geben, die Kommunikation zwischen den Nationalitäten unterstützen und zu mehr Nachbarschaftshilfe aufrufen. Ein Thema seines Wahlkampfprogramms ist die Kulturförderung, insbesondere die Unterstützung der Vereine. Als unabdingbar bewertet der Hobby-Musiker und Künstler die Erarbeitung eines Konzeptes für ein Stadtfest sowie die Förderung von Künstlern aus der Region.

Intensivieren will er die Städtepartnerschaften. Konkrete Vorstellungen hat er, wie die Ortsteile entwickelt werden können. Jaeschkes Ideen reichen vom Ausbau des Internets über die Förderung des dörflichen Lebens bis zum Aufbau von Dorfläden, die „von Jung und Alt auch als Kommunikationszentren begriffen werden können“. Vor Ort müssten Konzepte zur Erschließung von Baugebieten und Erhaltung der Ortskerne beraten werden.

Als Bürgermeister werde er sich für den Ausbau der Nutzung von regenerativen Energiequellen und der effizienten Nutzung von (Öko-)Strom einsetzen, verspricht der 53-Jährige. Als Stichworte nennt er Energiegenossenschaften, ökologische Transportkonzepte und Studien zur optimalen Energienutzung.

Das ausführliche Programm ist im Internet unter der Adresse www.jaeschke-fuer-frankenberg.de nachzulesen. Telefon: 0160/97547935.

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