Ukraine-Moldavien-Hilfe

Sammelstelle in Röddenau aufgelöst

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Inge Ringler, Doris Geise, Magdalena Finkenstädt, Hanne Alt, Heike Hirt, Lydia Eggert und Luise Huft (von links) haben tausende Kleidungsstücke für hilfsbedürftige Kinder in Ukraine und Moldawien gestrickt.Foto: Kutsch

Frankenberg-Röddenau - Heike und Werner Hirt haben mehr als 20 Jahre lang Kleidung und Schuhe für Ukraine und Moldawien gesammelt. Weil der Aufwand immer größer wurde und sie die Arbeit nicht mehr alleine stemmen können, sammeln sie nur noch bis zum 30. September.

Ein Zwischenlager für Hilfsgüter haben Werner und Heike Hirt auf ihrem Hof eingerichtet. Wer gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche, Wolldecken oder Schuhe aus den heimischen Kleiderschränken aussortiert hat, kann sie bei dem Röddenauer Ehepaar abgeben - allerdings nur noch bis Ende September. Dann fährt der letzte LKW mit Hilfsgütern vom Hof der Familie Hirt in arme Gegenden in der Ukraine und in Moldawien.

Zu jedem Weihnachtsfest hat die Familie Hirt zudem 500 bis 800 Päckchen für Kinder gebacken. Als Überraschung gab es Butterkekse und Schulsachen oder Kuscheltiere. „In diesem Jahr packen wir noch einmal Päckchen“, sagt Heike Hirt. „Dann hören wir auch damit auf.“

Zehntausende Bananenkisten voller Kleidung haben Hirts in den vergangenen 20 Jahren auf ihrem Hof gesammelt. „Ungefähr einmal im Monat kam einer unserer ehrenamtlichen Fahrer mit dem LKW, hat die Kisten abgeholt und nach Moldawien oder in die Ukraine gefahren“, erklärt Hirt. Die Kisten haben vier Frauen zwei Mal in der Woche zusammengepackt - natürlich auch ehrenamtlich.

„Im Frühjahr und Herbst misten die Leute ihre Kleiderschränke aus. Da steht hier alles voller Kisten“, sagt Hirt und zeigt auf den Lagerplatz. Derzeit stehen dort nicht so viele Bananenkisten - das sei in der Sommerzeit normal. Im September rechnet die ehrenamtliche Helferin der Ukraine-Moldawien-Hilfe wieder mit vielen Kleidungsstücken.

Und viele weitere Frauen haben für die bedürftigen Kinder gestrickt: Mehr als 1000 Pullis, Socken, Schals und Mützen für Kinder hat Hanne Alt gemacht. Von Inge Ringler kamen 470 Pullover. Rund 250 Kleidungsstücke strickten Lydia Eggert und Magdalena Finkenstädt. „Luise Huft hat säckeweise Wolle von uns bekommen“, sagt Hirt. Die fleißige Strickerin zählt auf: Sie hat in den vergangenen zwei Jahren 640 Schals, 200 Paar Strümpfe und 120 Mützen gemacht. „Das habe ich in der Handarbeitsstunde gelernt“, erzählt die 82-Jährige. „Ich habe Freude daran und habe dann zufällig in der Zeitung gelesen, dass Strickfrauen für die Ukraine-Moldawien-HIlfe gesucht werden.“ Die Wolle bekamen die Frauen in den vergangenen Jahren von Heike Hirt - die hatte immer wieder großzügige Spenden von ganzen Knäueln und Wollresten erhalten.

Weil die Menschen in den hilfsbedürftigen Gegenden aber zu wenig Stricknadeln haben, suchte Hirt kurzentschlossen heimische Strickerinnen. Etwa 15 Frauen haben in den vergangenen Jahren die gespendete Wolle für sie verarbeitet und daraus Kleidung für Kinder gezaubert. Die letzte Wolle hat Heike Hirt an die Strickfrauen verteilt. Die dürfen sie weiterhin zu Pullis und Schals verarbeiten und bei Hirt abgeben. „Stricksachen nehme ich privat noch von den Strickfrauen an und bringe sie zur Sammelstelle nach Gladenbach.“

Nach mehr als 20 Jahren gibt das Ehepaar Hirt die Sammelstelle auf. „Es hatte immer größere Ausmaße angenommen und wir haben das schon so lange gemacht“, begründet Heike Hirt die Entscheidung. Sie fing damals mit ihrem Mann an für Bedürftige zu sammeln, weil sie die Not in Rumänien gesehen hatte. In der Ukraine-Moldawien-Hilfe fandInge Ringler, Doris Geise, sie eine Organisation, die komplett ehrenamtlich arbeitet und bei der sie regelmäßig Rückmeldungen bekam, in welchen Regionen die Kleider ankamen.

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