Gemünden

Sanierung der katholischen Kirche "St. Anna" ist abgeschlossen

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- Gemünden (apa). Zehn Jahre lang hatte die katholische Kirchengemeinde darauf gewartet, ihr Gotteshaus zu neuem Glanz verhelfen zu dürfen. Denn neben den finanziellen Mitteln musste auch die Genehmigung vorliegen. Jetzt ist die Sanierung abgeschlossen. Am Sonntag wird das ab 17 Uhr bei einem Gottesdienst mit Weihbischof Prof. Karlheinz Diez gefeiert.

Nur einmal wurde an der Kirche „Sankt Anna“ in Gemünden seit dem Bau 1956/57 etwas verändert: Vor knapp 20 Jahren wurde das Dach saniert. Sonst wurden immer nur „Ausbesserungen und Schönheitsanstriche“ vorgenommen, beschreibt Günther Wagner. Der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrates hat die gesamten Bauarbeiten in den vergangenen Monaten begleitet. Das Aussehen und die Bausubstanz seien einer Kirche nicht mehr würdig gewesen, sagt Wagner.

Schon seit zehn Jahren bemühte sich die Kirchengemeinde um die Genehmigung für eine größere Renovierung – im Frühjahr 2009 lag diese endlich vor. Ende Juni wurde die Kirche ausgeräumt und die Arbeiten begannen. Während der Umbauarbeiten fanden die Messen und Andachten der Katholiken in der evangelischen Kirche statt. Sie war erst kurz vorher ebenfalls saniert worden, in dieser Zeit waren die evangelischen Christen in die katholische Kirche ausgewichen.

Im Lauf des vergangenen halben Jahres wurde das Gotteshaus von Grund auf renoviert. Die Fassade erhielt als Isolierung und Abdeckung graue Platten. „Da bröckelte der Putz“, sagt Günther Wagner. Der Zugang zum Gotteshaus wurde mit sandfarbenen und rötlichen Steinen neu gepflastert, Fenster und Türen wurden erneuert. Die Elektroinstallationen wurden komplett erneuert und eine Bankheizung installiert; die alten Nachtspeicheröfen waren 50 Jahre alt und wärmten schon im vergangenen Jahr nicht mehr richtig. Die Innenwände wurden neu verputzt und ein neuer Fußboden verlegt.

Den Altarraum hat die Gemeinde im Zuge der Sanierung ganz neu gestaltet: Die Abtrennungen für die kleine Sakristei und einen kleinen Abstellraum wurden entfernt, so dass der Altarraum nun größer und offener ist. Eine neue Sakristei ist im hinteren Teil der Kirche neu gebaut worden – direkt im Anschluss an einen neuen verglasten Windfang vor dem Eingang.

Ein verändertes Bild bieten auch die Kreuzwegdarstellungen: Es handelt sich noch immer um dieselben Bilder, doch nun sind sie in zwei Reihen aufgeteilt in der Kirche angebracht. Mit dieser Idee ist Günther Wagner ausgesprochen zufrieden: „Der Architekt hat einen Blick für so etwas“, freut er sich.

Geblieben sind die Holzdecke, die einen neuen Anstrich bekommen hat, die Kirchenbänke und die Orgel – die Gemeinde hatte sie vor etwa zehn Jahren gebraucht erstanden, zuvor gab es nur ein Harmonium in der Kirche. Eine Woche vor der feierlichen Wiedereröffnung fehlen nur noch der Ambo und der Tabernakelständer. Die Kirchengemeinde hat sich für Versionen aus Eiche und Eisen entschieden. Sie sollen rechtzeitig am Altar stehen. Außerdem müssen einige Stege an den Fenstern gestrichen und die letzten Platten an der Fassade angebracht werden.

Die Renovierung hat sieben Monate gedauert und rund 200 000 Euro gekostet. Die Diözese Fulda steuert 90 000 Euro bei, den Rest trägt die Kirchengemeinde. „Wir hatten ja lange Zeit zu sparen“, schmunzelt Günther Wagner.

Zwei Wünsche hat die Gemeinde noch, sagt Wagner. Den einen bezeichnet das Mitglied des Verwaltungsrats als „Traum“: Buntglasfenster für die großen Scheiben der katholischen Kirche. Einen Wettbewerb für Glaskünstler will die Kirchengemeinde dafür ausschreiben und dann sehen, ob die Idee finanzierbar ist.

Der zweite Wunsch ist eine etwa 90 Zentimeter große Heiligenfigur von Sankt Anna, der Mutter Mariens. Bis dahin steht eine Marienfigur am Altar, die sich im Pfarrhaus befand und in Vergessenheit geraten war. Nun erhält sie neue Aufmerksamkeit.

Die festliche Wiedereröffnung der Kirche Sankt Anna findet am Sonntag, 31. Januar, mit einer Messe ab 17 Uhr mit Weihbischof Prof. Karlheinz Diez statt. Im Anschluss lädt die Kirchengemeinde zum Empfang ins Bürgerhaus ein.

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