Frankenberger Fußgängerzone

Sanierung startet mit dem Wasserpark

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So freundlich soll die Fußgängerzone nach der Sanierung aussehen: Großflächiges und buntes Pflaster zieret nach den Bauarbeiten die Frankenberger Flaniermeile.

Frankenberg - Nach der Anliegerversammlung ist vor dem Baustart: Am Dienstagabend stellten Stadt und Planungsbüro Kaufleuten und Immobilieninhabern aus der Fußgängerzone das Konzert für die Sanierung vor. Mit dem Wasserpark am Illerplatz soll diese so schnell wie möglich beginnen.

Wäre die Kostenfrage bei der Sanierung der Fußgängerzone nicht so heftig umstritten gewesen, ein Teil der Neustädter Straße wäre wohl schon saniert. Rund 2,35 Millionen Euro soll die grundhafte Erneuerung kosten – die Anlieger, also Eigentümer, müssen in der Neustädter Straße 75 Prozent der dort anfallenden Kosten, in der Ritterstraße 50 Prozent zahlen. Heftige Proteste und wenig glückliche Zusammentreffen von Betroffenen und politischen Entscheidern waren die Folge – bis mit dem Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ eine Möglichkeit gefunden wurde, die Gesamtkosten um 666000 Euro zu drücken; immerhin ein gutes Viertel.

Unvermeidlich waren so aber zeitliche Verschiebungen – doch in diesem Jahr soll es losgehen. Und muss es: Denn Baustart ist am Illerplatz mit dem Wasserpark. Der ist haushalterisch ein eigenständiges Projekt und muss wegen der außergewöhnlich hohen Förderung zwingend in diesem Jahr abgerechnet werden – und ist faktisch Dreh- und Angelpunkt für die Sanierung“. Ab dem Sommer soll dann die eigentliche Fußgängerzone angegangen werden. „Wir wollen am Illerplatz starten und bis zum Thonet-Platz kommen“, sagt Heß. Die obere Fußgängerzone muss also noch bis zum Jahr 2016 warten, bis auch sie saniert wird.

Anlieger-Kosten wie bei einer geteerten Straße

Über diese Pläne informierten Bürgermeister Rüdiger Heß, Bauamtsleiter Karsten Dittmar und Andreas Schmidt-Maas vom Planungsbüro PLF am Dienstagabend im Rahmen einer Anliegerversammlung in der Ederberglandhalle, zu der auch die Mieter der Geschäft eingeladen waren. Heß aber auch Teilnehmer geschlossenen Sitzung berichten von einer harmonischen Atmosphäre. „Es ist uns gelungen, die Kosten für die Anlieger so zu gestalten, als handle es sich um eine geteerte Straße“, sagt der Rathauschef. Dazu soll ein großer Teil der Fördersumme auf die Anlieger umgelegt werden. Genaue Summen konnte er nicht nennen – auch weil die Kosten sich individuell berechnen.

Hinzu können noch private Kosten kommen: „Wir haben alle Anlieger aufgefordert, ihre Keller auf Feuchtigkeit zu überprüfen“, sagt Heß. Wenn der Boden ohnehin geöffnet wird, könnten betroffene Wände gleich abgedichtet werden – das bleiben jedoch private Bautätigkeiten. Zugleich soll sich aber die Situation bei Regen für die Hausbesitzer verbessern: Die Planer stellten den Anliegern auch Pflaster und Gestaltung der Fußgängerzone vor. Diese soll leicht zur Mitte hin geneigt werden, wo dann ein Abfluss Regenwasser aufnehmen kann. Ebenfalls in der Mitte: Die Intarsien der zwölf Frankenberger Stadtteile sowie Inseln zum verweilen, die Aufenthaltsqualität schaffen wollen. „Wir setzen bei der Bepflanzung auf die sogenannte Stadtbirne“, erklärt der Bürgermeister: Die werfe kein Obst ab, blühe aber prächtig und neige im Herbst zu einer starken Färbung des Laubes – so soll die Fußgängerzone zu jeder Jahreszeit anders aussehen.

Unterschiedliche Größen und Farben für das Pflaster

Ebenfalls bunt: das Pflaster. Vergessen ist die Diskussion um Grauwacke: Der angedachte Bodenbelag changiert vielseitig zwischen beige, grau und braun. Und er liegt in drei Größen vor. In der Mitte der Fußgängerzone, im Bereich der Intarsien, soll großflächig gepflastert werden. Als „Lauffläche“ – gemäß heutigen Standards behindertengerecht – kommt als Hauptbelag ein Pflaster mittlerer Größe zum Einsatz. Den letzten Meter zu den Gebäuden überbrückt schließlich kleinteiliges Pflaster in der Größe des heutigen Belags. „So können wir flexibler agieren“, sagt Heß mit Blick auf den Ausgleich von Höhenunterschieden. Die Eingänge zu den Geschäften hingegen sollen ebenfalls mit dem Mittelgroßen Pflaster gelegt werden: „Wir wollen keine Barrierewirkung schaffen“, erklärt Heß. Und die soll auch während der Bauarbeiten nicht entstehen: Die Baustelle wandert im Jahresverlauf. Wo gebaut wird sollen Bautenschutzmatten ein schmutzfreies Flanieren ermöglichen.

Auch mit der Ausarbeitung des integrierten Handlungskonzeptes soll bald begonnen werden. Drei Büros seien in der engeren Auswahl, sagt Heß. Mit rund zwei Dutzend Bürgern soll an den Themen Einkaufen, leben Gastronomie gearbeitet werden.

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