Hatzfelder Kinder machen Fahrräder fit fürs Frühjahr

Saubere Kette, gute Bremsen

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Auch Kinder können viele Wartungsarbeiten am Fahrrad selbst übernehmen. Anhand einer Checkliste haben die Hatzfelder Grundschüler gestern überprüft, ob ihre Zweiräder fit für den Frühling sind. Sie haben die Kette gereinigt und gefettet, die Schaltung und Beleuchtung kontrolliert und Luft gepumpt.Fotos: Mark Adel

Hatzfeld - Die Bremsen sind abgefahren, an der Kette sitzt der Rost, das Profil der Reifen ist runter: Jetzt ist die beste Zeit, das Fahrrad in Ordnung zu bringen. WLZ-FZ waren dabei, wie Hatzfelder Grundschüler einfache Arbeiten selbst ausgeführt haben.

Das Fahrrad stand im Winter über unbeachtet im Keller, doch nun lädt das Wetter wieder zum Pedalieren ein: Nicht nur für Kinder ist das Zweirad ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Radeln boomt. „Heute sind schon viele Kinder mit dem Fahrrad zur Schule gekommen, erzählt Tatjana Seibert, Lehrerin an der Hatzfelder Möllenbachschule. „Und für den Heimweg haben sie sich auch schon verabredet.“

Aus gutem Grund, denn die Zweiräder sollen einem gründlichen Check unterzogen werden. Stefan Schütz ist Fachberater für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung beim Fritzlarer Schulamt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anke Schenderlein zeigt er den Kindern, worauf sie achten müssen. „Wir wollen vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben“, erklärt er. Denn für kleine Reparaturen muss niemand in die Werkstatt: Die Kette ölen oder die Bremse einstellen geht prima und mit geringem Aufwand zu Hause.

Schütz will bei den Kindern das Bewusstsein fürs Zweirad schärfen, denn: „Je älter sie werden, desto mehr rückt das Rad in den Hintergrund.“ Anhand einer Checkliste – wie bei einer Inspektion in der Auto-Werkstatt – werden verschiedene Punkte überprüft und abgehakt. Vor dem Start in die neue Saison sollten folgende Punkte in jedem Fall beachtet werden:

- Ist der Rahmen noch in Ordnung? Kleine Risse können gefährlich werden. Normalerweise sind solche Schäden unwahrscheinlich, ein gründlicher Blick schadet aber nicht.

- Haben die Reifen noch genügend Profil? Nach einer längeren Standzeit muss vermutlich auch der Luftdruck erhöht werden. Das ist wichtig für Fahrkomfort, Pannensicherheit und den Kraftaufwand.

- Auch die Kette muss neu geschmiert werden – spätestens, wenn sie rostbraune Stellen aufweist. Zuvor wird sie mit einem Lappen und etwas Seifenwasser gereinigt. Mit der Zeit längt sich die Kette. Etwa alle 3000 Kilometer muss sie deshalb gewechselt werden.

- Eine Kettenschaltung kann sich mit der Zeit verstellen. Die richtige Einstellung zu finden, ist allerdings für Laien schwierig. Die nächste Fahrradwerkstatt hilft weiter.

- Die Bremsen und die Bremsbeläge müssen besonders aufmerksam begutachtet werden.

- Die sogenannten Bowdenzüge – jene Drahtseil-Leitungen, die zu Bremsen und Schaltung führen – sollten ebenfalls überprüft werden.

- Mit der Zeit können sich Schrauben lockern. Vor allem am Lenker sollten die unterschiedlichen Verbindungen auf ihre Festigkeit überprüft werden.

- Eine Grundreinigung mit Wasser und Schwamm lässt das Fahrrad wieder glänzen. Ein Hochdruckreiniger sollte nicht verwendet werden. Das Wasser kann beispielsweise in Lager eindringen.

- Wer sein Zweirad nicht als Sportgerät, sondern als Alltagsrad nutzt, sollte auf eine intakte Beleuchtung achten.

-Eine Helmpflicht für Radler gibt es in Deutschland nicht, das Tragen eines Helms wird dennoch empfohlen – im Falle eines Sturzes schützt er vor folgenschweren Verletzungen. Erwachsene sollten den Kindern ein Vorbild sein und nur mit Schutz aufs Rad steigen. Stefan Schütz lobt die Bikes der Grundschüler: „Die Räder sind meist gut in Schuss.“

Bei den Viertklässlern spielen die Bikes derzeit ohnehin eine besonders große Rolle, denn sie absolvieren die Verkehrserziehung.

Von Mark Adel

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