Schaubrüten in Frankenau: Eine große und süße Geburtsstation

Aufmerksame Beobachter: Der Geflügelzüchter Carsten Lüdde (rechts) zeigt den Kindern aus Löhlbach die Ohrscheibe eines Altsteirer Huhns. Fotos: Battefeld

Frankenau. Das Vereinsheim der Frankenauer Geflügelzüchter hat sich seit Anfang der Woche in eine vielbesuchte Geburtsstation verwandelt.

Noch bis einschließlich Donnerstag kann man dort beim sogenannten Schaubrüten des Vereins für Rassegeflügelzucht, Tier- und Naturschutz (RGZV) beobachten, wie sich unzählige kleine Hühnerküken mithilfe ihres Schnabels aus ihrer Schale herauspicken und schon kurze Zeit später im Brutkasten umhertippeln.

Am Ende werden es insgesamt rund 120 Eier sein, die die Züchter in den Brutkasten eingelegt haben: „Immer schön zeitversetzt, damit auch jeden Tag Küken schlüpfen“, erklärt Vereinsmitglied Heinrich Caspar. Normalerweise dauere es zwar 21 Tage, bis ein Küken aus dem befruchteten Ei komme. Manchmal gehe es aber auch schneller oder verzögere sich. „Es ist immer auch ein bisschen wie ein Lotteriespiel“, sagt Caspar.

Und nicht nur im gläsernen Brutkasten herrscht ein geschäftiges Durcheinander. Auch vor den Scheiben der Kükenkinderstube herrscht Hochbetrieb, denn dort drücken sich täglich Dutzende von Jungen und Mädchen die Nasen platt, um das Geschehen hautnah mitzuerleben.

„Es haben sich bestimmt mehr als 200 Kinder zu unserem diesjährigen Schaubrüten angemeldet“, sagt Karl-Heinz Lüdde. Neben den Kindergärten aus der Region würden auch zunehmend Grundschulklassen zu Besuch kommen.

Der neue Vorsitzende Michael Schäfer hat deshalb alle Hände voll zu tun: Jedes der Kinder möchte natürlich mal selbst ein kleines Küken halten und bekommt eines für kurze Zeit anvertraut. „Seid ganz vorsichtig und haltet es mit beiden Händen fest“, mahnt er. Doch die meisten der Kinder gehen ohnehin sehr behutsam mit dem weichen Knäuel um. Ganz mutige nehmen sogar mal eines der großen Hühner auf den Arm.

Die Erzieherinnen der Kita Löhlbach sind mit 40 Kindern vor Ort, die gemeinsam mit Vereinsmitglied Carsten Lüdde die Außenanlagen der Geflügelzüchter erkunden. Geduldig erklärt der Züchter ihnen, dass man an den Farben der Ohrscheiben beim Huhn jeweils erkennen könne, ob das Huhn weiße, braune oder sogar hellgrüne Eier lege.

„Wir freuen uns jedes Mal wieder aufs Neue auf das Schaubrüten“, sagt Erzieherin Heidrun Schelberg. Für die Kinder sei es jedes Mal ein „Highlight“, nach Frankenau in das Geflügelheim zu fahren. Im Kindergarten würden sie den Besuch im Vorfeld mit Arbeitsblättern mit den Kindern vorbereiten.

Den Kindern spielerisch nahezubringen, wie die Natur funktioniere, das sei einer der Hauptgründe, warum der Verein bereits zum sechsten Mal das Schaubrüten organisiere, erklärt Züchter Karl-Heinz Lüdde. Zudem hofften die Züchter natürlich auch, einige der Besucher für ihr Hobby zu begeistern und neue Vereinsmitglieder zu werben.

Von Susanna Battefeld 

Wie der Verein bei einem Vortrag erklärte, wie der Weg vom Brutei zum Huhn verläuft, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

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