Frankenberg

Schauriger Fund: Theatergruppe entdeckt Leiche im Unternehmenspark Nord

- Frankenberg (jos). Mitglieder der Theater-AG an der Edertalschule Frankenberg machten am Samstag in den frühen Morgenstunden eine schaurige Entdeckung: Sie fanden auf dem Gelände des Unternehmensparks Nord eine bereits stark verweste Leiche.

Jugendlichen Übermut und Abenteuerlust nennt es Spielleiter Paul Möllers: Bei der Party nach der Aufführung im Dampfmaschinenmuseum kommen einige Techniker und Schauspieler der Theater-AG am Samstag gegen 3 Uhr auf die Idee, in einen Schacht zu klettern. Der enge Tunnel führt vom auf einem Innenhof gelegenen Einstieg in wenigen Metern zu dem weithin sichtbaren Schornstein des Unternehmensparks Nord. In dem mit Ziegelsteinen gemauerten Schacht, durch den man nur gebückt laufen kann, machen die Edertalschüler die grausige Entdeckung: eine verweste Leiche.

Die Theaterleute alarmieren sofort die Frankenberger Polizei, die nach den Schilderungen einer Schülerin zunächst keine Streife vorbeischicken will. Begründung: Wenn es sich tatsächlich um eine Leiche handle, könne diese ja nicht weglaufen. Erst auf das Drängen der schockierten Jugendlichen kommen Beamte der Frankenberger Polizeistation in den Unternehmenspark. Sie bestätigen den Leichenfund und ziehen die Kripo hinzu.

Nach Mitteilung der Polizei ist der Leichnam sehr stark verwest. Weder zur Todesursache noch zur Identität könnten bislang Angaben gemacht werden. Die ermittelnden Beamten würden allerdings nicht von einem Gewaltverbrechen ausgehen, erklärt die Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Wahrscheinlich am Montag soll die Leiche in der Gerichtsmedizin obduziert werden.

Seit September 2007 ist ein ehemaliges Mitglied der Theater-AG an der Edertalschule spurlos verschwunden. Es sei „im Bereich des Möglichen“, dass es sich bei dem Toten um die vermisste Person handelt, erklärt Polizeisprecher Volker König auf WLZ-FZ-Nachfrage. Der Vermisste ist 1981 geboren und hat nach seinem Abitur an der Edertalschule in Südhessen studiert, bevor er plötzlich verschwunden ist.

Im Zuge der Obduktion werde es einen DNA-Abgleich geben. „Wir gehen dem nach, können aber zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen“, so Polizeisprecher König. Selbst ob die Leiche männlich oder weiblich sei, stehe aufgrund der starken Verwesung noch nicht mit Sicherheit fest.

Nach dem Schock am frühen Samstagmorgen haben die Mitglieder der Theater-AG noch am gleichen und auch am Sonntagabend wieder auf der Bühne gestanden. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, sagt Regisseur Paul Möllers. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Stück „Rocky rocks Frankenstein“ durch den Leichenfund einen makaberen Realismus erhalte. Er habe es jedem Darsteller freigestellt, ob er spielen wolle, erklärt der Lehrer. Viele Besucher würden von außerhalb kommen. „Die könnten wir für eine Absage gar nicht mehr erreichen“, so Möllers.

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