Burgwald/Kellerwald

Schichtwechsel im Alten Bahnhof

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- Gemünden (gl). Seit einem Vierteljahrhundert kocht Klaus Obermann im Gemündener Bahnhofsgebäude, vor genau 25 Jahren eröffnete er die Gaststätte „Alter Bahnhof“. Zum Jahreswechsel übernimmt sein ehemaliger Lehrling Michael Mootz den Betrieb.

Es liegt kein bisschen Wehmut in seiner Stimme, eher ein Hauch von Vorfreude auf das, was kommt: „Ich werde sicher nicht nach China auswandern“, sagt Klaus Obermann, Besitzer des Alten Bahnhofs in Gemünden, mit einem Augenzwinkern. Diese Vermutung ist offenbar zeitgleich mit dem Gerücht aufgekommen, dass Obermann den Alten Bahnhof abgeben möchte. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen beiden Gerüchten: Letzteres stimmt, das erste nicht. Am 1. Januar übernimmt Michael Mootz den Betrieb von Obermann. 25 Jahre hat der alte Chef den Alten Bahnhof geführt, dabei die meiste Zeit selbst hinter dem Herd gestanden und viele der Leckereien auf den Tisch „gezaubert“, für die das Gasthaus unter anderem bekannt ist.

Obermann ist gelernter Koch, der Bahnhof war einst ein großer Traum und ist es wohl noch immer, denn so richtig trennen möchte sich der Besitzer nicht. Er werde dem Unternehmen weiter verbunden bleiben, sich um die Buchführung kümmern, die Außenanlage pflegen, verspricht er. „Der Bahnhof ist doch eine Herzensangelegenheit“, sagt Klaus Obermann.Er hat das Gebäude im Jahr 1984 gekauft. Vorher hatte es nach der Stilllegung der Bahnstrecke zwischen Kirchhain und Zimmersrode mehrere Jahre leer gestanden, drohte zu verfallen. Mithilfe von Verwandten und Bekannten kratzte der junge Obermann damals Geld zusammen, um das Gebäude zu erwerben und zu renovieren und eröffnete am 29. November 1986 den Betrieb – vor genau 25 Jahren. Die Einrichtung, die den meisten Gästen vertraut ist, hat er größtenteils schon damals gekauft. Das meiste ist deutlich älter, manchmal älter, als Klaus Obermann selbst. Der Grund dafür ist einfach: Obermann wollte den Bahnhof möglichst originalgetreu einrichten mit Möbel aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Daran will Michael Mootz auch nicht viel ändern: „Das Ambiente bleibt.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 29. November

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