Celine König (14) aus Oberholzhausen hat eine aggressive Form der Leukämie bekämpft

Dem Schicksal die Stirn geboten

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Haina-Oberholzhausen - Celine sieht auf den ersten Blick aus wie viele andere Teenager. Die 14-Jährige ist so schmal und zierlich, dass es kaum zu glauben ist, wie viel Kraft sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren bewiesen hat. Celine hat eine aggressive Form der Leukämie bekämpft. Seit einem halben Jahr ist die Chemo-Therapie beendet und ihr Leben normalisiert sich wieder.

Es fing an wie eine harmlose Grippe. An einem Wochenende im Februar 2012 bekam Celine, damals elf Jahre alt, hohes Fieber, das zwei Tage lang nicht sank. Am Montag überwies der Hausarzt sie nach Marburg ins Uni-Klinikum. „Auf dem Weg dahin ist sie mir zusammengeklappt, so schwach war sie“, erinnert sich ihre Mutter Sylke König. Schon ein paar Minuten später fand sie sich mit ihrer Tochter auf der Intensivstation wieder: Celine kämpfte um ihr Leben. Einen Tag später drohten die Organe zu versagen, das Mädchen wurde immer schwächer. „Keiner wusste, was los war“, erinnert sich Sylke König.Es dauerte drei Tage, bis Celine transportfähig war und nach Gießen in die Kinderkrebsstation verlegt werden konnte. Dort untersuchten die Ärzte Celines Knochenmark und Hirnwasser und diagnostizierten Akute Lymphatische Leukämie (ALL). „Nachmittags um fünf hat sie schon die erste Chemo bekommen.“ Celine hat an diese erste Woche überhaupt keine Erinnerung.

Es war der Anfang einer zweijährigen Tortur für Celine und ihre Familie. Ein Vierteljahr lang musste die Elfjährige ununterbrochen in der Klinik bleiben – auch Sylke König verbrachte diese Zeit in der Klinik, schlief auf einem Klappbett im Zimmer ihrer Tochter. Dann durfte Celine zwischen den Chemo-Blöcken in Gießen immer wieder nach Hause. Doch ihr Zuhause war nicht mehr das gleiche: Die beiden Hunde und die Hasen musste die Familie abgeben, Sofakissen, Blumen, Gardinen, Teppiche, Deko – alles, was nicht mit einer speziellen Waschlösung desinfiziert werden konnte, musste ausgeräumt werden.Doch nicht nur für Celine und ihre Mutter war die Zeit hart: Lena, die vier Jahre ältere Schwester, musste von heute auf morgen erwachsen werden und war oft auf sich allein gestellt.

(Von Andrea Pauly)

Wie die Familie diese Zeit überstanden hat, wie es Celine heute geht und was die Schwestern und ihre Mutter aus der Erkrankung gelernt haben, lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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