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Schnüreversteigerung war ein Höhepunkt bei der Kirmes in Laisa

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Von: Gerhard Meiser

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„Zum Ersten, zum Zweiten und...“: Bastian Belz von der Burschenschaft Laisa leitete die Versteigerung, im Hintergrund Collin Bartels mit einer der Schnüre.
„Zum Ersten, zum Zweiten und...“: Bastian Belz von der Burschenschaft Laisa leitete die Versteigerung, im Hintergrund Collin Bartels mit einer der Schnüre. © Gerhard Meiser

Die „Schnüreversteigerung“ war ein Höhepunkt bei der Kirmes im Battenberger Stadtteil Laisa. Junge Männer bieten dabei auf bestickte Trachtenborten und „erkaufen“ sich damit einen Tanz mit einem Mädchen.

Laisa - „Die Gefühle haben Schweigepflicht“ und „Rote Lippen soll man küssen“, dröhnte die Musik von Donau Power aus den Lautsprechern. Die Band aus Ungarn gab Vollgas – und pünktlich um 22.30 Uhr am Samstagabend stiegen die Stimmung und die Spannung bei der Kirmes in Laisa schlagartig an: Zum ersten Mal seit fünf Jahren ging im Festzelt am Sportplatz wieder eine „Schnüreversteigerung“ über die Bühne.

13 junge Männer durften insgesamt 13 Schnüre ersteigern, um anschließend mit einem von 13 Mädchen der Burschenschaft Laisa eine flotte Sohle aufs Parkett legen zu dürfen. Die Meistbietenden kauften die „Katze im Sack“: welches Mädchen zu welchem Schnürchen gehörte, kam erst nach der Versteigerung ans Licht der Scheinwerfer. Neben der Bühne fieberten die Mädchen aufgeregt dem Finale der Versteigerung entgegen.

Das Geld saß locker

„Auktionator“ Bastian Belz hatte alle Hände voll zu tun. „Zum Ersten, zum Zweiten und zum...“, heizte er das männliche Publikum an, noch tiefer in die Tasche zu greifen. Mit Erfolg: Das Geld saß locker, die Bietenden überboten sich im Sekundentakt. Bastian Belz kam kaum nach, die Angebote auf einem Zettel akribisch festzuhalten. 30 Euro waren jeweils das Mindestgebot. Es ging Schlag auf Schlag, bei den Beträgen gab es kein Halten mehr. „Wir haben viele hübsche Mädchen in Laisa“, sagte Belz. Auch „Auswärtige“ durften mitsteigern. Die Burschen- und Mädchenschaften waren aus der ganzen Umgebung und auch aus dem Marburger Land gekommen.

60, 70, 80 Euro waren für die jungen Männer im Publikum kein Thema. Für 90 Euro ersteigerte Nico das erste „Schnürchen“. Da zeigte die Uhr 22.35 Uhr. Nach knapp fünf Minuten war das erste „Schnürchen“ – im wahrsten Sinne des Wortes – an den Mann gebracht. Anschließend legte Max aus Holzhausen nochmal fünf Euro drauf. „...und zum Dritten“, ließ Bastian Belz bei 95 Euro den dicken Holzhammer auf den Tisch knallen. Jeder Meistbietende musste sofort nach vorne kommen, jedes Schnürchen musste sofort bar bezahlt werden.

Jeden „Zuschlag“ euphorisch gefeiert

Die Menge im Festzelt – darunter auch Bürgermeister Christian Klein – war begeistert. Jeder „Zuschlag“ wurde euphorisch gefeiert. Schnell wurden die Beträge dreistellig. Ein Schnürchen ging für 100 Euro weg, das Höchstgebot des Abends lag bei 120 Euro. Ein richtiges „Schnäppchen“ machte Leon Lantzberg aus Koblenz. Er musste für sein ersteigertes Schnürchen „nur“ 70 Euro auf den Tisch des Hauses legen.

Innerhalb von 35 Minuten wurden alle 13 Schnürchen versteigert. Damit war die Spannung aber noch längst nicht versiegt. Im Gegenteil: Erst als die Mädchen auf die Bühne kamen, wurde aufgelöst, wer mit wem tanzen durfte. Dann wurde kräftig das Tanzbein geschwungen. Leon Lantzberg hatte das Geld jedenfalls gut angelegt. „Heute habe ich hier tanzen gelernt“, schwärmte der junge Mann. Die Band Donau-Power legte noch einen Zahn zu: Beim Sommerschlager „Layla“ standen die Fans massenweise auf den Bänken.

1160 Euro kamen zusammen

Bastian Belz von der Burschenschaft Laisa war sehr zufrieden: „Das Festzelt ist voll. Alle Jugendlichen des Dorfes haben mitgeholfen, die Kirmes zu stemmen. Bei der Versteigerung sind 1160 Euro zusammengekommen. Mit dem Geld wollen wir eine Fahrt machen.“  mjx

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