Prunksitzung im Gemündener Bürgerhaus

Schoppenrock und Gardetänze

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Gemünden - "An Tagen wie diesen" sangen die Darsteller der Hitparade weit nach Mitternacht. Der Gemündener Rosenmontagsball war rekordverdächtig: Mehr als 600 Besucher erlebten fast fünf Stunden Programm.

Die Stimmung kannte keine Grenzen, als Florian Brück, Thomas Böhme und Andre Möbus das bekannte Lied der „Toten Hosen“ perfekt darstellten. Die traditionelle Hitparade zum Abschluss war wieder der Höhepunkt der Gemündener Prunktsitzungen - nach vielen Tänzen, Gesang und einer Büttenrede. Ob Tina Walter als Helene Fischer, Alisa Hesse als Britney Spears begleitet von Christian Seibert oder Thomas Böhme als Heino, alle Play-Back-Darsteller ernteten tosenden Applaus. Als Nummerngirl fungierte Meike Wagener. Peter Metz moderierte.

Zuvor hatte der Stargast Petra, Doublesängerin von Antonia aus Tirol, mit dem „Knallroten Gummiboot“ oder „Hey, was geht ab“ kräftig eingeheizt. Nach ihrem 40-minütigen Live-Auftritt lieferte die Künstlerin aus Dessau mit einem Andrea Berg Hit-Mix noch eine Zugabe.

Schreckmoment zu Beginn

Der Rosenmontagsball begann mit dem Einmarsch des Damenelferrats und einem Schrecken: Beim Gardetanz stürzte eine Tänzerin der Marburger Funken, war bewusstlos und musste mit einem Rippenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Herzen der Zuschauer eroberten die Gemündener Dance-Kids: Unter der Leitung von Nicole und Laura Gleim hatten die Jüngsten einen Blumentanz einstudiert. Die Älteren begeisterten im Glitzerkostümen. „Ihr seid die Kleinsten, euch gehört der größte Applaus“, rief Moderator Christof Jarkow, bekannt als „Elton“.

„Dicke Mädchen haben schöne Namen“, erklang beim Einmarsch von Ute Golde und Tosca von der Ahé im rosafarbenen Cindy aus Marzahn-Outfit. Mit Gags über erotische Nutzflächen, Internetdemenz oder das Neueste vom Bürgermeister zogen sie die Aufmerksamkeit auf sich. Zum neuen Bahnhofspächter Jürgen Drews stimmten sie den Song „Ein Bett im Schlafwagen“ an.

Einer der Höhepunkte des Abends war der Tanzauftritt von Christian Gronau und Meike Wagener mit einem Tanzreigen im Stil der 1920er Jahre. Aus Gemündens Karneval nicht wegzudenken ist die Weidenhäuser Bürgergarde - zuerst mit flotten Märschen in Uniformen, dann mit einem Tanz in Hawai-Hemden. Die „Ladykracher“ aus Sehlen begeisterten mit Tänzen in Rokoko-Kostümen. Im Zickenbalett tanzten sechs Rotkäppchen mit dem „bösen Wolf“ Laura Gleim und der Großmutter, dargestellt von Christel Gleim.

Sahne und Rock

Die Tänzer vom Gemündener Männerballett servierten zuerst Sahne im Publikum, bevor sie mit Rock’n‘Roll die Bühne eroberten. Mit ihren Showtanz gaben die Marburger Funken die Manege für eine Tierdressur frei. Elefanten, Pinguine, Eisbär und Zebra tanzten und fuhren Roller. Die „Girls of fire“ der Gemündener Feuerwehr feierten zehnjährige BühnenGgeburtstag mit Schwarzlicht-Tänzen und tollen Effekten.

Sportliche Höchstleistungen vollbrachten die Häftlinge und Polizisten der Sehlener Männertanzgruppe „Schoppendales“. Mit ihrem Gangnam-Style rockten die zwölf jungen Männer die Halle. Erstmals beim Rosenmontagsball traten die Tänzerinnen der Wohrataler Trachtengruppe in Stewardess-Uniformen auf.

Nach dem Finale aller Aktiven und dem von Friedhelm Käufler gesungenen Lied „In der Hauptstadt der Bunstruth“ übernahm gegen ein Uhr die Sunshine-Band das musikalische Zepter. Die Kampagnenorden gingen an Bürgermeister Frank Gleim und Martin Köhler.

Von Frank Seumer

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