Frankenau

Der Schrecken ist noch immer spürbar

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- Frankenau - Altenlotheim (apa). Große Resonanz beim Infoabend für Betroffene des Tornados in Altenlotheim. Demnach haben drei Hausbesitzer keinen Versicherungsschutz. Auch für sie will die Stadt mit dem Ortsbeirat eine Lösung finden.

Sekunden hat der Tornado gebraucht, um etwa 40 Gebäude im Dorf zu zerstören. Wenige Minuten dauert es, bis die Altenlotheimer Bürger mit Schaufeln und Besen auf den Straßen stehen und beim Aufräumen helfen. Sieben Stunden nach dem Sturm haben Feuerwehren, THW und Dachdecker alle beschädigten Dächer mit Planen und Folienbahnen abgedeckt. Drei Tage nach dem Sturm sind umgeknickte Bäume zersägt und das Holz aus den Gärten abtransportiert. Wenige Tage später sind die ersten Dächer bereits gedeckt, andere sind in Arbeit, bei wieder anderen hält noch immer die Folie den Regen ab.

Eine Woche nach dem Tornado haben Bürgermeister Björn Brede und der Ortsbeirat betroffene Hausbesitzer und ihre Angehörigen zu einem Infoabend eingeladen, bei dem auch Vertreter einiger Versicherungen und der heimischen Banken anwesend sind. Mehr als 50 Interessierte sind gekommen. Noch immer ist den Betroffenen der Schock anzumerken. Auch, wenn überall im Dorf schon Fortschritte zu sehen und die gröbsten Schäden beseitigt sind, ist bei vielen ist noch keine Ruhe eingekehrt. Die einen müssen sich noch mit Versicherungen einigen. Andere versuchen, an Gerüste heranzukommen, damit die Reparaturarbeiten beginnen können. Die meisten sind vor allem gedanklich noch immer mit dem Tornado beschäftigt, der bundesweit für Schlagzeilen und Fernsehberichte gesorgt hat.

Die Diskussionen an diesem Abend kreisen um die Schäden und darum, dass die Menschen im Dorf ungeheures Glück hatten, weil niemand ernsthaft verletzt wurde. Aber auch die unvergleichliche Hilfsbereitschaft der Menschen ist noch immer ein Thema bei den Männern und Frauen, deren Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Autos von herumfliegenden Ziegeln zerbeult wurden. Immer wieder betonten die Betroffenen, wie großartig und selbstverständlich die freiwilligen Helfer reagiert haben.

Kopfschütteln, ungläubige Gesichter, aber auch Verständnis und Zustimmung begleiten die Geschichten, die sich die Leute vom Tag des Sturms und den Aufräumarbeiten erzählen. Einen besonderen Biberschwanz-Dachziegel vom Haus der Familie Stiehl aus dem untersten Ende der Forststraße hat der Tornado durch das ganze Dorf getragen. Gefunden wurde er am Oberbach. Andere haben sich nicht getraut, ihre Häuser zu verlassen, als die Feuerwehrsirene erklang: Sie hätte auch ein Warnsignal für einen weiteren Sturm sein können. Die Scheune der Familie Rummel muss voraussichtlich abgerissen werden: Sie ist einsturzgefährdet.

Geärgert haben sich die Altenlotheimer besonders am Donnerstag, als unzählige Gaffer im Schritttempo durch das Dorf gefahren sind und dabei teilweise auch noch die Feuerwehren bei ihrer Arbeit behindert haben.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 1.Juli

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