Elternbeirat fordert Einsicht und mehr Kontrollen

Kita Schreufa: Eltern parken täglich das Feuerwehrhaus zu

Das Feuerwehrhaus in Schreufa wird täglich von Eltern zugeparkt, die ihre Kinder nebenan in die Kita bringen oder von dort abholen. Die Beschilderung ist aber eindeutig und ein paar Meter weiter gibt es einen Parkplatz. 
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Das Feuerwehrhaus in Schreufa wird täglich von Eltern zugeparkt, die ihre Kinder nebenan in die Kita bringen oder von dort abholen. Die Beschilderung ist aber eindeutig und ein paar Meter weiter gibt es einen Parkplatz. 

Es ist selbstverständlich, dass man nicht vor einem Feuerwehrhaus parkt. Viele Eltern halten sich in Schreufa allerdings nicht daran, wenn sie ihre Kinder in den Kindergarten bringen. 

Der Elternbeirat hat deshalb jetzt einen Brief an die Eltern der 95 Kinder verteilt, in dem darum gebeten wird, die Feuerwehrtore nicht zuzuparken. Schließlich gibt es 50 Meter weiter am Haus des Gastes einen Parkplatz.

Auch die Feuerwehr selbst geht gegen die Falschparker vor. Sie veröffentlicht schon seit Monaten auf ihrer Homepage Fotos der Fahrzeuge, „die rücksichtslos die Ausfahrt des Gerätehauses zuparken und so die Arbeit der Rettungskräfte behindern“, wie es auf der Seite „ausgebremst“ heißt. Rund 60 Fotos hat sie dort schon hochgeladen – die Nummernschilder unkenntlich gemacht.

Elternbeirat: "Es wird immer schlimmer"

„Es wird immer schlimmer“, sagt Sabrina Kultus vom Elternbeirat. Die Mutter hat sich an die HNA gewandt, weil es bisher nicht viel gebracht habe, die Eltern persönlich auf ihr Fehlverhalten anzusprechen.

„Es kommt täglich vor, dass da jemand vor dem Feuerwehrhaus parkt“, berichtet Jasmin Glar, die Vorsitzende des Elternbeirates. „Oft hören wir dann den Satz: Ich bin ja gleich wieder weg“, sagt Kita-Leiterin Martina Schneider. 

Zum Glück sei noch nie ein Feuerwehr-Einsatz gewesen, während die Einfahrt zugeparkt war. „Aber wenn die Feuerwehr raus muss, muss es schnell gehen.“ Das Problem: In den wenigsten Fällen wird über die Sirene alarmiert – die Autofahrer bekommen also gar nicht mit, wenn die Feuerwehr ausrücken muss.

Bereits im August 2018 wurden die Eltern informiert

Schon im August 2018 hatte die Stadt einen Brief dazu an die Eltern verschickt (siehe Hintergrund unten). „Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen, sondern jetzt nochmal freundlich daran erinnern“, sagt Kita-Leiterin Schneider.

„Vielleicht müsste das Ordnungsamt mal Bußgelder aussprechen“, findet Mutter Sabrina Kultus. Ginge es nach ihr, würde die Stadt viel öfter vor der Kita und dem Feuerwehrhaus kontrollieren.

„Bisher wurden keine Verwarnungsgelder verhängt. Es wurde versucht, im klärenden Gespräch auf die Autofahrer einzuwirken“, sagt dazu Carsten Buch von der Stadtverwaltung. 

Aufklärung besser als Kontrollen 

Zielführender als eine Ausweitung der Kontrollen seien die Erläuterung der Hintergründe für das Halteverbot sowie ein Denkanstoß an die Verursacher, welche Folgen das Fehlverhalten haben könne, sagt der Leiter des Fachdienstes Ordnung und Sicherheit.

Und Buch schlägt vor, das Thema bei einem Elternabend anzusprechen: „Die soziale Kontrolle aus der Gruppe heraus ist in vielen Fällen wesentlich effektiver als eine unregelmäßige Kontrolle durch das Ordnungsamt.“

Kita-Leiterin Martina Schneider berichtet, dass oft auch die Kinder ihre eigenen Eltern auf das Falschparken hinweisen würden. „Das wirkt auch oft.“ Die Feuerwehrleute seien Helden für die Kinder, berichtet Schneider; sie helfen der Kita zum Beispiel beim Laternenumzug und bei der Brandschutzerziehung. „Deshalb wollen wir die Feuerwehr unterstützen und etwas gegen die Falschparker tun.“

Das sagt die Stadt

Bei der letzten Revision der Frankenberger Feuerwehrgerätehäuser im August 2018 durch den Technischen Prüfdienst des Landes Hessen wurden die Prüfer wie auch die städtischen Mitarbeiter, der Wehrführer und der Stadtbrandinspektor Zeugen, dass Eltern ordnungswidrig vor dem Feuerwehrhaus in Schreufa hielten und parkten, berichtet Carsten Buch, der Leiter des Fachdienstes Ordnung und Sicherheit bei der Stadt Frankenberg. 

„Obwohl die mit der Prüfung beauftragten Mitarbeiter mit Feuerwehreinsatzfahrzeugen und Dienstkleidung als solche erkennbar waren und auf dem Hof vor dem Gerätehaus standen, wurden die Halteverbotsschilder ignoriert und auf Anrede darauf verwiesen, dass man nur kurz die Kinder in die Kita bringen und dann schnell wieder wegfahren würde“, sagt Buch. 

Bequemlichkeit wichtiger als Rücksicht 

„An diesem Beispiel zeigt sich, dass trotz bestehender Verbote für einzelne die Bequemlichkeit wichtiger ist als gegenseitige Rücksichtnahme und die gebotene Einhaltung von Vorschriften.“ 

Nach diesem Vorfall sei die bestehende Beschilderung ausgeweitet, eine Halteverbotszone in der Zufahrt sowie vor dem Gerätehaus eingerichtet, ein spezieller Parkbereich für die Einsatzkräfte direkt neben dem Feuerwehrhaus vorgesehen und die Hinweisbeschilderung auf die Parkflächen des Parkplatzes für das Haus des Gastes ergänzt worden. 

Zusätzlich wurde ein Elternbrief erstellt, der im Sommer 2018 an alle Eltern und Erziehungsberechtigte durch die Kita-Leitung ausgegeben wurde.

Der Strafenkatalog

  • Halten vor oder in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt ohne Behinderung eines Rettungsfahrzeuges im Einsatz: 10 Euro  
  • ... mit Behinderung eines Rettungsfahrzeuges im Einsatz: 15 Euro
  • Parken vor oder in einer amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrt ohne Behinderung eines Rettungsfahrzeuges im Einsatz: 35 Euro 
  • ... mit Behinderung eines Rettungsfahrzeuges im Einsatz: 65 Euro/1 Punkt.

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