Nationalmannschaft wohnte im Hotel der Auswanderer 

Besuch aus Mexiko in Schreufa: Was die Gabriels mit der Fußball-WM verbindet

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Deutsch-mexikanisches Familientreffen: Zu Besuch im Land ihrer Vorfahren waren jetzt Mitglieder der Familie Gabriel aus Mexiko – hier auf dem Hof der Oberen Butzmühle bei Schreufa. Sitzend in der Mitte mit Hut: Senior Harald Gabriel aus dem mexikanischen León, links daneben Gisela und Werner Gabriel von der Oberen Butzmühle, zudem Kinder und Enkel von Harald Gabriel.  

Frankenberg. Was hat die Fußball-WM mit Familie Gabriel aus der Oberen Butzmühle bei Schreufa zu tun? Sie ist ein Teil der Familiengeschichte.

Das Hotel des Auswanderer-Sohns Harald Gabriel in León in Mexiko war bei der Weltmeisterschaft 1970 Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Familie und Fußball – die gehören bei den Gabriels zusammen. Vor allem, wenn eine Weltmeisterschaft stattfindet und dabei auch noch Deutschland gegen Mexiko spielt – wie in diesen Tagen in Russland. Dafür kamen jetzt viele Mitglieder der Großfamilie Gabriel per Flieger eigens aus dem Land der Azteken auf den idyllisch gelegenen Hof angereist, um vor dem Fernseher gemeinsam die Spiele der Deutschen und der Mexikaner mitzuerleben.

Der Hintergrund für diese deutsch-mexikanische Fußball-Leidenschaft in familiärer Atmosphäre: Winfried Gabriel war 1928 nach Mexiko ausgewandert und hatte dort in der Nähe von León ein Hotel gekauft. Das führte schließlich sein Sohn Harald weiter: 1970 war das Hotel „Balneario de Commanjilla“ sogar das Quartier der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Mexiko. Beckenbauer, Müller, Seeler – die Stars des deutschen Fußballs wohnten damals bei Harald Gabriel, der heute mit seinen 80 Jahren der Senior der Familie ist.

Rechtzeitig zum großen Fußball-Samstag mit den Spielen Mexiko gegen Südkorea am Nachmittag und Deutschland gegen Schweden am Abend waren die mexikanischen Gabriels mit mehr als zehn Mitgliedern und Harald Gabriel an der Spitze in der Oberen Butzmühle angekommen. Vorher hatten sie schon Abstecher ins Elsass und in die Ramsau unternommen. „Die Familie ist noch viel größer, aber alle zusammen hätten nicht in ein Flugzeug gepasst“, erzählte Gisela Gabriel von der Oberen Butzmühle. Sie ist die Tochter des früheren Frankenberger Sportarztes Prof. Dr. Hans Grebe.

Der Fußball-Samstag wurde für die Fans aus Frankenberg und Mexiko zum Jubel-Tag: Erst siegte Mexiko gegen Südkorea mit 2:1, dann gewann Deutschland in letzter Sekunde ebenfalls mit 2:1 gegen Schweden. Erst saßen die Gabriels in den grünen Mexiko-Trikots vor dem Fernseher, dann wurde der deutsche Sieg in den schwarz-weißen Deutschland-Trikots gefeiert.

Beim ersten WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko am 17. Juni schlugen allerdings zwei Herzen in ihrer Brust – ein deutsches und ein mexikanisches: „Wir hatten uns ein Unentschieden gewünscht“, sagt Gisela Gabriel.

Die Chefin der Oberen Butzmühle freut sich immer wieder über ihre Gäste aus Mittelamerika. „Hier ist der Mittelpunkt der Familie“, sagt sie. Den letzten Besuch aus Lateinamerika auf dem idyllischen Hof gab es vor fünf Jahren zu einem Familienfest.

Der „Heimaturlaub“ bestand für die mexikanischen Gabriels, die seit gut einem Jahr auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber nicht nur aus Fußball: In Willingen standen sie oben auf der Sprungschanze, in Frankenberg stand Shopping auf dem Programm.

Nun wünschen sich alle Gabriels, dass Mexiko und Deutschland gemeinsam den Sprung ins Achtelfinale der WM schaffen. 

Quelle: HNA

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