Benefizkonzert für ein Kirchenbild als Kostprobe vor der Burgenland-Tournee

Mit Schubert nach Wien

Musik zu Mariä Himmelfahrt: Vor der lichtblauen, bewegten Himmelskulisse des neuen Pietryga-Wandbildes entfalteten die Mitglieder des Edertalschul-Orchesters ihre ganz eigene sinfonische Pracht. Fotos: Völker

Frankenberg. Neun Stunden, bevor am Freitag in Frankenberg die Busse ins Burgenland starteten, musizierten sie noch in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Mit einem verheißungsvollen Benefizkonzert, das bei der Finanzierung des von Stefan Pietryga geschaffenen neuen Kirchenbildes helfen soll, verabschiedete sich das Schulorchester der Edertalschule mit Markus Wagener zu seiner zehntägigen Tournee in Österreich.

Fanfarenprächtige Trompetenklänge von der Empore leiteten mit dem Triumphmarsch aus Guiseppe Verdis „Aida“ das Programm ein, mit kraftvollen Crescendi entfaltete das in allen Partien gut besetzte Orchester hier bereits seine dynamischen Spielräume. „Natürlich wollen wir Franz Schubert mitnehmen nach Wien“, meinte Markus Wagener, als er den Kopfsatz aus der bekannten Sinfonie Nr. 7, der „Unvollendeten“, ansagte.

Mit ihren spannungsvollen Kontrasten, fein abgestuften Klangmalereien und Phrasierungen werden die Edertalschüler dem großen Komponisten in seiner Heimat alle Ehre machen – in der katholischen Kirche Frankenbergs gab es dafür schon einmal großen Beifall, ebenso auch für Beethovens expressiv gestaltete Egmont-Ouvertüre.

Mit ansteigender Dramatik, feurigem Wechselspiel von Hell und Dunkel sowie fein nuancierten irischen Rhythmen machte das Schulorchester aus dem sinfonischen Medley „Lord of the Dance“ von Ronan Hardiman ein mitreißendes Klangabenteuer. Reflektierte Auseinandersetzung mit moderner Harmonik und sinfonischer Ausdeutung verriet die Interpretation der bilderreichen „Feuervogel-Suite“ von Igor Strawinsky.

Zu einem reizvollen Hörerlebnis voller klanglicher Überraschungen wurde die zeitgenössische Komposition Danzón No. 2 von Arturo Márquez (*1950). Ein synkopisch verschachtelter Mambo, dessen rhythmischem Rasen Einzelinstrumente herrliche, gesangliche Linien entgegensetzen, brillant gemeistert von den jungen Solisten des Orchesters.

An Aufgaben wachsen

Natürlich gab es bei dem Auftaktkonzert zur Tournee hier und da kleine Unebenheiten – aber, wie Orchesterleiter Wagener dem Publikum zu recht ins Bewusstsein rückte: Hier musiziert ein Schulorchester, das an seinen Aufgaben wächst, noch dazu erst am Anfang eines Schuljahres. Die Zuhörer würdigten das bereits Erreichte am Schluss mit stehendem Beifall.

Mit der Zugabe von Elgars „Pomp and Circumstances“, der von Willfried Jerrentrup eingeführten heimlichen Schulhymne der Edertalschule, verabschiedeten sich die jungen Instrumentalisten. Pater Laurentius Meißner hatte ihnen zu Beginn für ihr Konzert zugunsten des Kirchenkunstwerks gedankt und viel Erfolg für ihre Burgenland-Tournee gewünscht. Sechs Konzerte sind geplant – Servus, Schulorchester!

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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