Burgwaldschule im Finale

Schüler schaffen Comic mit Anspruch

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Eine „Graphic Novel“ – ein Comic mit Anspruch – haben Ronja Pohlmann, Karina Bytschek, Sabrina Wissemann und Elina Silen (vorne, von links), sowie Philipp Schneider und Nils-Robin Schultz (hinten, von links) mit einigen anderen Schülern der Burgwaldschule

Frankenberg - Die Burgwaldschule ist die einzige Schule aus dem Frankenberger Land, die an dem kreisweit ausgelobten Wettbewerb "Schüler Bibliothek" teilgenommen hat - und einer der fünf Gewinner.

Facebook, Twitter, SchülerVZ, Online-Spiele - das Internet ist voller verlockender Versuchungen und Angebote. Die sind nicht immer ungefährlich, deshalb hat sich der Wettbewerb Schülerbibliothek der Thematik angenommen. Er ist ein gemeinsames Projekt der Buchhandlung Schreiber, der Sparkasse Waldeck-Frankenberg sowie der Frankenberger Zeitung und Waldeckischen Landeszeitung.

Das Internet-Thema fand auch Sylvia Sprenger wichtig, Kunstlehrerin an der Burgwaldschule, Leiterin der dortigen Mediothek und in ihrer Freizeit der Kunstwerkstatt. Spannend sind „Facebook & Co.“ für die Jugendlichen ohnehin, so fanden sich im November schnell ein Dutzend Achtklässler, die sich an der Schülerbibliothek beteiligen wollten - freiwillig und außerhalb der Schulzeit. Der harte Kern von sieben Schülern arbeitete zwei Monate lang wöchentlich zwei Schulstunden im Kunstunterricht an dem Projekt und weitere zwei Stunden am Nachmittag - der Einsatz hat sich gelohnt. Ihre „Graphic Novel“ (siehe Infokasten) gehört zu den besten fünf Arbeiten im Wettbewerb. Welchen Platz genau die Schüler belegen, gibt die Jury am Montag, 23. April, bekannt. Es winken Buchpreise von 300 bis 1000 Euro, die für die Schulbibliothek gedacht sind.

In der Bibliothek gibt es verhältnismäßig viel Raum für „Graphic Novels“ - von ihnen ließen sich die Schüler inspirieren. Sie wollten einen kurzen Roman in Bildform wiedergeben. Die Wahl fiel auf das Werk „Im Netz gewinn ich jeden Fight“: Ein Junge hat daheim viele Probleme, er zieht sich in das Internet zurück. In Spielen wird er schnell zum großen Helden, in der Realität jedoch verliert er in der Schule den Anschluss und seine sozialen Kontakte.

Die Schüler haben fast die komplette Geschichte nachgezeichnet. „Die einen haben die Figuren gemalt, andere haben koloriert“, erklärt Sprenger die Vorgehensweise der Jugendlichen. Die Mädchen haben sich meist auf Gesichter konzentriert und Emotionen mit Blei- und Buntstift wiedergegeben. Am Schluss wurde alles in Collagen zusammengeklebt. „Ich habe die fertigen Bilder dann abfotografiert“, sagt Sprenger. Entstanden ist daraus ein Fotobuch, doch wichtiger war die Erfahrung: Die Schüler hätten sich mit einem bedeutsamen Thema freiwillig auseinandergesetzt „und die Gruppe hatte riesigen Spaß“, sagt Sprenger. Zudem hätte es eine starke Eigendynamik gegeben, sie hätte meist nur lenkend eingreifen müssen.

Das fertige Buch in der Hand warten die Schüler - nicht ohne ein wenig Stolz auf ihr Werk - jetzt nur noch auf das Urteil der Jury. Gelohnt hat sich das Projekt für sie allerdings wohl schon jetzt.

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