Kommunalpolitiker beraten über Zukunft der Grundschule in Großgemeinde Haina

Schule: Alle Ortsteile gefragt

Haina-Kloster. Mit der Zukunft der Grundschule in der Großgemeinde Haina-Kloster beschäftigen sich die Hainaer Gemeindepolitiker in einer nichtöffentlichen Sitzung am kommenden Donnerstagabend. Ziel ist es, sich auf ein gemeinsames Konzept für den Erhalt eines Grundschulstandortes in der Großgemeinde zu einigen.

Bürgermeister Rudolf Backhaus hat dazu die Gemeindevertreter und alle Mitglieder der zwölf Ortsbeiräte eingeladen. Auch Vertreter des Staatlichen Schulamtes und des Landkreises Waldeck-Frankenberg als Schulträger werden anwesend sein.

Hintergrund ist die Kritik von Löhlbacher Eltern an der Qualität des jahrgangsübergreifenden Unterrichts in der Grundschule Löhlbach. Wie berichtet, beantragen zwölf Eltern, ihre Kinder im Sommer in der Grundschule Frankenau einschulen zu dürfen.

Damit, sei nicht nur der Schulstandort Löhlbach in Gefahr, sondern – aufgrund des Geburtenrückgangs – in einigen Jahren auch der in Haina-Kloster, sorgen sich Gemeindevorstand und Parlament

Vieles spricht für Haina

Einmütig setzt sich die Gemeindevertretung dafür ein, dass langfristig ein Schulstandort in der Großgemeinde erhalten wird. Als Standort komme vorrangig Haina in Frage, erläuterte Bürgermeister Rudolf Backhaus am Montag auf HNA-Anfrage. Dort müssten zwar Klassenräume angebaut werden, aber die Gebäudesubstanz sei besser als die in Löhlbach. Zudem sei die Sporthalle des Landkreises in der Nachbarschaft und Haina liege zentraler als Löhlbach.

Ein weiteres Thema werden die Gemeindepolitiker am Donnerstagabend erörtern: Um den von den Löhlbacher Eltern kritisierten jahrgangsübergreifenden Unterricht schon ab kommenden Schuljahr zu vermeiden, ist im Gespräch, in Löhlbach die Schüler der 1. und 2. Klasse zu bündeln, und in Haina die Klassen 3 und 4. So könnten für alle vier Jahrgänge eigene Klassen angeboten werden. Das soll laut Backhaus eine Übergangslösung sein, bis an einer gemeinsamen Grundschule vier Klassen eingerichtet sind.

Dem Bürgermeister ist klar, dass die diskutierten Veränderungen Auswirkungen auf viele Schüler in der Großgemeinde haben werden: Zum Beispiel müsste ein Teil der Schüler aus Lölbach und Haina, die bisher zu Fuß zur Schule gehen, künftig mit dem Bus fahren. Schüler von kleineren Ortsteilen, wie zum Beispiel Oberholzhausen, müssten zumindest für zwei Schuljahre die längere Busfahrt nach Löhlbach, statt bisher nach Haina ins Kauf nehmen.

Zwistigkeiten verhindern

Deshalb sei es wichtig, die Meinungen aus den Ortsteilen zu hören. Backhaus hofft, dass sich alle auf eine gemeinsame Haltung einigen, um so Zwistigkeiten unter den Ortsteilen entgegenzuwirken und gegenüber Schulamt und Landkreis eine starke Position für den Erhalt einer Grundschule in der Großgemeinde zu haben.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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