Schulmusik auf großer Bühne - ein bisschen wie Bundesliga

Passionierter Musikpädagoge: Die Vermittlung von klassischer Musik an die Jugend liegt Markus Wagener am Herzen. Deshalb freute sich der Leiter des Jugendsinfonieorchesters des Edertalschule, dass am Freitagvormittag zur Generalprobe für Open-Air-Classic über 500 Schüler aus Frankenberger Schulen – auch Grundschulen – gekommen waren. In verständlicher Weise führte er sie in die Musik der Moderne ein, die auch Thema im HNA-Interview auf diese Seite ist. Foto: Biedenbach

Frankenberg. Wenn Schüler vor 1000 Zuschauern und mit prominenten Dirigenten musizieren, das ist ein bisschen wie Bundesliga, sagt Musiklehrer Markus Wagener im HNA-Interview.

Am Samstagabend geht beim 10. Open-Air-Classic auf der Bühne am Autohaus Beil in Frankenberg der Vorhang auf. „Auf dem Weg in die Moderne“ lautet das Motto des Programms, das die Jugendsinfonieorchester der Edertalschule und der Christian-Schule Bad Arolsen unter der Leitung von Markus Wagener und Rainer Böttcher bieten.

Über das aktuelle Programm und die Erfahrungen mit der Konzertreihe Open-Air-Classic haben wir mit Markus Wagener, Musiklehrer und Orchesterleiter an der Frankenberger Edertalschule, gesprochen.

Herr Wagener, der Titel Ihres Programms lautet „Auf dem Weg in die Moderne“. Ist das nicht ein missverständliches Motto? Ist modern nicht die Pop-Musik?

Wagener: In der Tat umfasst der Begriff Moderne in der Musik den großen Zeitraum seit 1910 bis heute. Wir konzentrieren uns im Programm auf wichtige Wegmarken der klassischen Musik und stellten bei der Programmzusammenstellung fest, dass alte Einteilungen wie die in U- und E-Musik sich überholt haben. Lassen Sie uns, frei nach Leonard Bernstein, dem berühmten Dirigent und Visionär des 20. Jahrhunderts, von guter und schlechter Musik reden. Auf jeden aber Fall von solcher, die etwas bewegt hat oder die für etwas steht. Was 1910 modern war, ist heute ein alter Hut.

Und was hat das mit Ihrer Arbeit zu tun und mit Schulmusik?

Wagener: Versteht man es so, dann ist Schulmusik per se immer gezwungen, sich in dieses Spannungsfeld zwischen Offensein für Neues und Bewahren der Tradition zu begeben, da die Abiturienten die Orchester und Chöre stets mit Ende des Schuljahres verlassen und zu Beginn eines jeden Schuljahres neue Musiker und Sänger in die Ensembles strömen und integriert werden müssen. Die Orchester und Chöre haben sich also in den letzten zehn Jahren mehrfach neu erfunden.

Was bringen die Auftritte vor großem Publikum und das Üben mit bekannten Musikern und Dirigenten den Schülern?

Wagener: Jeder Musiker nimmt Mühen und Qualen auf sich, um ein Werk auf der Bühne zu präsentieren. Ohne dieses Ziel entsteht keine Motivation. Und je größer die Bühne, desto größer die Herausforderung, aber auch die Ehre. Und mit den Workshops und mit Peter Zelienka als Dirigent verhält es sich vergleichsweise zum Fußball so: Er ist so etwas wie ein Bundesligaprofi für uns. Er zeigt den Kindern dort weitere Wege, wo wir Schulmusiker aufhören. Dabei kann man viel lernen und auch viel Motivation schöpfen, wenn man es dann noch zusammen im Konzert aufgeführt.

Worin die Herausforderungen eines solchen Konzertes bestehen und warum sich die Lage der Schulmusik nach Ansichts Wageners derzeit stark verschlechtert, das lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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