Theater in Altenlotheim

Schwarzarbeiter als wertvollster Mann

Happy End und Enttarnung der Lügengeschichten im Esszimmer der Werkstattfamilie, von links Maximilian Huthwelker, Yvonne Backhaus, Michael Heck, Frank Fackiner, Petra Wissemann, Antje Rau und Sascha von Drach. Fotos: Frank Seumer

Frankenau-Altenlotheim - Seltsame Erfindungen, ein magischer Stuhl und allerlei Wortverdrehungen sorgen für viel Wirbel in einer Autowerkstatt - gespickt mit einem polnischen Gastarbeiter, Korruption und ausgefallenen Gefühlsszenen.

Zum dritten Mal seit der Premiere zum Dorfjubiläum im Jahr 2004 spielte die Altenlotheimer Theatergruppe am Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus. Mit dem lustigen Dreiakter „Polnische Wirtschaft - Gute Lügen leben länger“ trafen die Laiendarsteller in Zeiten prominenter Steuerhinterzieher bei den Zuschauern voll ins Schwarze. Zwei Theaterfreunde nahmen vor der Bühne als VIP-Gäste auf einem Sofa mit Sekt und Häppchen Platz. Sie hatten die Karten vorher im Internet ersteigert.

Das Stück spielte im Esszimmer einer Autowerkstatt, die ihren polnischen Schwarzarbeiter vor dem „Schnüffler“ vom Arbeitsamt versteckte. Ob als taube Schwiegermutter oder verstorbene Oma getarnt, das Publikum wusste an vielen Stellen mehr als die Akteure auf der Bühne. Die Einbindung aktueller Ereignisse, bekannter Ehrungen, Altenlotheimer Dorfbewohner und Orte sorgte für zusätzliche Effekte. Alle Rollen waren perfekt besetzt. Die Identifikation der Besucher mit den bekannten Altenlotheimer Akteuren bildete den besonderen Reiz des Laientheaters.

Michael Heck überzeugt

Die größte schauspielerische Leistung vollbrachte Michael Heck als Autoschrauber „Kasimir“. Mit seiner polnisch-deutschen Sprache, lockeren Sprüchen und schlauen Weisheiten sorgte er immer für viel Gelächter. „Heute gestohlen, morgen schon in Polen“ oder „Große Betrüger wie Eichenlaub und Hoeneß kommen auch nur bisschen in Knast“ lauteten einige seiner Kostproben. Die Werkstattbesitzer Manfred und Monika Müller alias Frank Fackiner und Antje Rau meisterten ein großes Textpensum. Heimlicher Star des Stücks war der kuriose Erfinder Matthias, dargestellt von Sascha von Drach. Sein Öko-Abgas-Auto-Prozessor in Form eines Staubsaugers führte den Bankdirektor Profitlich alias Maximilian Huthwelker und Bürgermeisterin Sabine Kleinschmidt-Großhans alias Petra Wissemann voll in die Irre.

Als korrekter Beamter ließ sich Heinrich Haargenau alias Volker Nagel mit polnischem Wodka abfüllen. Einer der Höhepunkte: Eine Trauerszene um die angeblich verstorbene Oma. Für viel Gelächter und Aufklärung sorgten Gudrun Knoche und Hildegard Tausch als Olga und Stanislava, selbstbewusste Tanten aus Polen. Als „heiße“ Briefträgerin Paula eroberte Yvonne Backhaus das Herz des polnischen Monteurs. Für besondere Effekte sorgte ein „Heißer Stuhl“, der im zweiten Akt Kälte und im dritten Akt Stromstöße abgab.

Harald Koch stellte nach lang anhaltendem Applaus die Akteure auf der Bühne und den Regisseur Michael Ernst von Drach vor. Der Erlös der drei Theaterabende kommt der Innensanierung des Altenlotheimer Dorfgemeinschaftshauses zugute. Bürgermeister Björn Brede begrüßte am Freitagabend das Engagement der Altenlotheimer. Für die Bewirtung sorgten die Mitglieder des Bürgervereins.

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