Burgwald

Schwarzer Fleck statt Hugenottenpfad

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- Burgwald-Birkenbringhausen (gl). Auf einer Strecke von etwa sechs Kilometern zwischen der Röddenauer Schiefermühle und den Ederklippen bei Wiesenfeld haben noch unbekannte Täter die Markierungen des Hugenotten- und Waldenserpfades unkenntlich gemacht.

Lothar Koch ist erbost. Der Burgwalder Bürgermeister steht neben einem Baum, auf dem mit weißer und bunter Farbe Markierungen für Wanderwege angebracht sind. Gut lesbar etwa ist der Hinweis auf den Burgwaldpfad – ganz im Gegensatz zu der Markierung des Hugenotten- und Waldenserpfades. Fein säuberlich ist das weiße Quadrat mit dem blauen Kreis und der grünen Welle darauf mit schwarzer Farbe übermalt.

„Das ist gezielt gemacht worden“, sagt Koch: Über eine Strecke von etwa sechs Kilometern von der Schiefermühle bei Röddenau und den Ederklippen bei Wiesenfeld sind fast alle Markierungen unkenntlich. „Es ist wahrscheinlich, dass der oder die Täter die Strecke vor der Tat erst einmal abgegangen ist“, sagt Friedhelm Piston. Der stellvertretende Vorsitzende des Wiesenfelder Heimatvereins war vor einem guten halben Jahr daran beteiligt, den Pfad auszuschildern. Er war es auch, der am Samstag bei einem Spaziergang die Schmierereien entdeckt hat. Er geht nicht davon aus, dass es sich um einen Fall von wahllosem Vandalismus handelt. Dem stimmt auch Günter Beck zu, der Ortsvorsteher von Wiesenfeld: „Es geht entweder um den Verein oder um Wiesenfeld“, sagt er.

Mit den Schmierereien haben sich die Täter nicht zufrieden gegeben: Wo die Markierung sich nicht an Bäumen oder Pfählen befindet, hing sie neben anderen Hinweistäfelchen an Schildern. Hing, denn die Täter haben die Schildchen entfernt. Meist wurden sie nicht vorsichtig abgeschraubt, sondern mit Gewalt abgerissen. Wo dies nicht problemlos möglich war, haben die Täter wieder zu der schwarzen Farbe gegriffen. Nur an einigen wenigen Stellen wurde die Markierung verschont. Da ansonsten sehr gründlich gearbeitet worden ist, gehen Koch, Beck und Piston davon aus, dass die übrig gebliebenen Wegemarkierungen von den Tätern schlicht übersehen worden sind.

Erstaunt ist Friedhelm Piston auch über die Zeit, die die Verantwortlichen investiert haben müssen: „Wir haben beim Markieren zu zweit damals fünf Stunden gebraucht“, erinnert er sich an den Frühherbst 2010. Ähnlich lange muss das Übermalen gedauert haben, da eben nicht wild mit dem Pinsel über das Symbol gestrichen wurde, sondern jede einzelne Markierung sauber mit Schwarz nachgezeichnet und überstrichen worden ist. Günter Beck sieht die Schmierereien als „Angriff auf die Tourismusbranche“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 5. April

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