Frankenberg

Schwarzwild künftig noch schärfer jagen

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- Frankenberg (ka). Kreisjagdberater Heinrich Engelhard hat am Samstag während der Geweihschau in Frankenberg die Streckenlisten des vergangenen Jagdjahres vorgestellt. In der Ederberglandhalle waren auch Hirschgeweihe zu sehen.

Als eine Strecke bezeichnen Jäger die Anzahl der erlegten Tiere einer Wildart. Sie steht im Verhältnis zum Bestand der Wildart. Über diese ist die Strecke somit annähernd zu ermitteln. Während sich die Strecke laut Engelhard bei den Stockenten mit 420 Stück gegenüber dem letzten Jagdjahr halbierte, hat sich die der Ringeltaube auf 1463 verdoppelt. Auch beim Waschbären liegt inzwischen mit 3994 Stück eine Rekordstrecke vor. Ein solch hoher Bestand wirkt sich deutlich negativ auf verschiedene Tierarten aus.

Noch höher lag mit 4194 erlegten Füchsen deren Strecke. Engelhard bezeichnete die Strecke des Dachses mit 409 Stück als im Rahmen des bisherigen Niveaus. Dennoch nehmen die Beschwerden über durch Dachse verursachte Schäden in der Landwirtschaft zu.

Die Zahl von 42 Wildkaninchen macht die Seltenheit dieser Wildart im Kreis deutlich. Die Strecke von 561 Feldhasen, wovon etwa die Hälfte im Straßenverkehr „erlegt“ wurde, zeigt deren immer noch relativ niedrigen Bestand, deren Gefährdung durch den Verkehr, aber auch die jagdliche Zurückhaltung der Jäger.

Zu einem Problem hat sich bundesweit der Schwarzwildbestand entwickelt. Im Kreis kamen im vergangenen Jagdjahr 6250 Wildschweine zur Strecke. Das spricht für einen riesigen Bestand. Mit dieser Zahl liegt der doppelte Abschuss von 1961, allerdings vom gesamten Gebiet Hessens, vor. Entsprechend hoch liegt mit 241 500 Euro der durch die Sauen verursachte Wildschaden, ein Spitzenwert im Kreis. Landwirte forderten daher massiv Abwehrmaßnahmen. Sie reichen vom Einsatz von Nachtsichtgeräten bis zur Verabreichung der Pille. Engelhard zieht allerdings eine scharfe Bejagung der Pille vor.

Auf einen wie bisher hohen Rehwildbestand lässt die Strecke von 6636 Stück schließen. Hinzu kommen noch 1124 Stück Fallwild, meist im Verkehr getötete Rehe. Auch der seit 1934 bestehende Muffelwildbestand hat sich deutlich erhöht. Es wurden 100 Stück erlegt. Die Strecke des auf rund 80 000 Hektar in den Hegegemeinschaften Burgwald-Kellerwald und Hessisches Rothaargebirge bewirtschafteten Rotwildes (Rothirsche) beläuft sich auf 406 Stück. Das sei seit der Jahrhundertwende eine Verdoppelung des Bestandes, erklärte der Jagdberater. Insgesamt kamen im Kreis im vergangenen Jagdjahr 25 889 Stück Wild zur Strecke.

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