Westaustralisches Wappentier lebt seit zehn Jahren auf dem Bauernhof der Familie Ochse in Halgehausen

Schweinchen gegen Schwan getauscht

Haina-Halgehausen - Ein gutmütiges Wesen zeichnet den Trauerschwan Freddy aus, der seit zehn Jahren auf dem Bauernhof Ochse in Halgehausen lebt.

Peter Ochse holte den seinerzeit noch ganz jungen schwarzen Schwan im Rahmen eines Tiertausches auf den Hof. Das hierzulande ungewöhnlich anmutende Tier gefiel dem Halgehäuser Nebenerwerbslandwirt nämlich so gut, dass er dem Vorbesitzer aus Vöhl ein Hängebauchschwein dafür bot - was nach Erzielung des beiderseitigem Einvernehmens zum Umzug der Tiere in ihre neuen Quartiere führte.

Im Verlauf eines Jahres färbte sich das graubraune Jugendgefieder in das lackschwarze Federkleid der ausgewachsenen Trauerschwäne. Derweil fasste der jugendliche Schwan Vertrauen zum neuen Besitzer, der den attraktiven Neuerwerb des Halgehäuser Traditionshofes seither sogar in den Arm nehmen kann. „Das ist nicht selbstverständlich“, merkt Peter Ochse an, denn die aus Westaustralien und Tasmanien stammende Tiere gelten in Züchterkreisen als aggressiv und angriffslustig.

Nach Eintritt der Geschlechtsreife, die die Tiere im Alter von drei Jahren erreichen, werden sie oft „unleidlich und schwierig“ für den menschlichen Umgang. Für den Halgehäuser Schwan Freddy gilt das nicht. Er lebt in friedlicher Eintracht mit Hühnern, Enten und Hausgänsen. Auch neugierige Kinder, die auf dem Bauernhof zum Anfassen regelmäßig zu Besuch kommen und sich auch für Freddy interessieren, duldet der Schwanenmann mit Gelassenheit. Wenn es ihm wirklich mal zu bunt wird, schwimmt er einfach seine Bahnen im angrenzenden Schweinfebach. Vertraut ist ihm auch das allabendliche Ritual: Spätestens bei Einbruch der Dämmerung muss der Schwan in seine Stallung gesperrt werden, weil er sonst Gefahr liefe, einem nächtlichen Beutezug von Füchsen zum Opfer zu fallen. So wird er jeden Abend von seiner Wiese abgeholt. Gemächlich spaziert er dann zurück in die Stallung, während Peter Ochse oder ein anderes Familienmitglied dem attraktiven Vogel folgt.

Der Familie Ochse ist das Tier mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass sie diese tägliche Verpflichtung seit nunmehr zehn Jahren gerne auf sich nehmen.

Ursprünglich stammen Trauerschwäne aus Australien und Tasmanien. Sie sind so beliebt, dass sie neben dem Känguru zum offiziellen Wappentier Westaustraliens gehören. Die Schwäne stellen keine besonderen Wärmeansprüche und fühlen sich auch in unserem Klima sehr wohl. Aus den Niederlanden sind sogar verwilderte Populationen bekannt. Mit ihren ungewöhnlich langen Hälsen können Trauerschwäne auch in tiefen Gewässern gründeln.

Von Gerd Faust

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