Dodenauer Freiluftschweine

Schweine fühlen sich draußen sauwohl

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Marco Stey, Gerd Wickenhöfer, Jörg Krumpholz-Pierre und Ralf Schmalfuß (von links) haben die beiden Schweinedamen „Kotelett“ und „Schnitzel“ bereits ins Herz geschlossen.

Battenberg-Dodenau - Ein Kuh- oder Schafherde auf freiem Feld ist ein gewohntes Bild. Schweine jedoch kennen viele nur im Stall. Seit drei Wochen toben sich in Dodenau auch zwei Schweine "Schnitzel" und "Kotelett" im Freien aus.

So sehen glückliche Schweine aus: Den ganzen Tag im Freien, in der Erde wühlen und es sich gut gehen lassen. Seit drei Wochen leben „Kotelett“ und „Schnitzel“ in einem Freigehege in Dodenau. 1200 Quadratmeter haben sie zur Verfügung. Gerd Wickenhöfer, Marco Stey aus Dodenau und Jörg Krumpholz-Pierre und Ralf Schmalfuß aus Allendorf, haben sich dazu entschlossen, die beiden Tiere aus der Familie der Schwäbisch-Hallischen, die mit Piétrain-Schweinen gekreuzt wurden, für den Eigenbedarf zu halten. Seit Beginn der 1980er-Jahre erfährt diese Rasse wieder eine verstärkte Nachfrage.

Das Rindfleisch vom Erzeuger bekommen, das funktioniere - aber bei Schweinefleisch sei dies anders, berichtet Wickenhöfer, seines Zeichens Metzger. Also haben sich die vier Männer über die Schweinehaltung im Freiland informiert. Erster Anlaufpunkt waren die Hutewald-Schweine in Basdorf. Dort werden Schweine auf einer Waldweide gehalten.

Im Stall könnten die Tiere ihre natürlichen Instinkte gar nicht mehr ausleben, berichten die vier Hobbylandwirte. Deshalb sollen „Kotelett“ und „Schnitzel“ draußen leben dürfen - zumindest bis zum Spätherbst. Dann wird Wickenhöfer sein Handwerk ausüben und der Name der Schweine wird Realität.

Doch mit einem einfachen Gehege ist es nicht getan. Sechs Wochen hat das Quartett für den Aufbau des Freilandgeheges gebraucht. „So wie vorgeschrieben“, betont Ralf Schmalfuß. Ein Wildzaun, der unten geschlossen ist, um zu verhindern, dass sich ein anderes Tier zu den Schweinen durchgräbt, umschließt das gesamte Areal. Darin befindet sich das eigentliche Gehege, das mit einem Elektrozaun zusätzlich geschützt ist. Auch ein Unterstand für die beiden Sauen ist gewährleistet.

„Es ist ein Hobby“, sagt Wickenhöfer. Ein Hobby, das mit vielen Behördengängen verbunden war: Das Veterinäramt, die Wasserschutzbehörde und das Forstamt mussten ihre Zustimmung zu dem Projekt geben.

Das Projekt sei allerdings noch in der Testphase, berichtet Wickenhöfer. Am Anfang sei es auch zu einigen Problemen gekommen. Kriebelmücken hätten den Schweinen ordentlich zugesetzt. Sie seien zerstochen gewesen, sagt Ralf Schmalfuß. Um den Schmerz der Tiere zu lindern, rieben die Hobbyzüchter ihre Tiere mit Kokosöl ein. Gegen die Sonneneinstrahlung und Sonnenbrand hilft Sonnenspray.

An jedem Tag schaut mindestens einer der vier Schweinehalter bei den Tieren vorbei.

Das Wasser für die Tiere kommt aus dem angrenzenden Bach. Allerdings haben die Sauen keinen direkten Zugang. Dies sei nicht erlaubt, berichtet Wickenhöfer.

Futter aus der Region

Das Futter kommt aus der Region und besteht aus Weizen, Winter- und Sommergerste, Triticale und Mineralien. Als Ersatz für genbehandeltes Soja füttern die Schweinehalter Lupinen. Den Rest besorgen sich „Kotelett“ und „Schnitzel“ selbst: Sie pflügen die Wiese um und bedienen sich am Wurzelwerk. Dabei haben die beiden ordentlich zugelegt. 45 Kilogramm haben beide am Anfang gewogen, jetzt seien es um die 80 Kilogramm, schätzt Wickenhöfer.

Die Schweine hätten sich zum Koten eine feste Ecke ausgewählt, das Stroh im Unterstand sei sauber. Auch die Suhle benutzen die Tiere immer öfter. „Das sind keine dummen Säue“, sagt Jörg Krumpholz-Pierre.

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