41-Jähriger wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht

Frankenberg. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich ein 41 Jahre alter Mann aus Waldeck-Frankenberg vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwei „schwere Jungs“ angeheuert zu haben, damit diese den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin zusammenschlagen, während er durch den Besuch der Spielbank in Bad Homburg ein „wasserdichtes“ Alibi hatte.

Tatsache ist, dass ein Unbekannter das 41 Jahre alte Opfer am 5. Dezember 2010 in einem Ort des Altkreises Frankenberg mit einem Würgegriff zu Boden zwang. Ein zweiter Täter, ebenfalls maskierter Täter schlug mit einem harten Gegenstand - vermutlich einem Kantholz oder einer Eisenstand - auf die Beine des Opfers ein. Der Geschädigte trug Hämatome, Schwellungen und Schürfwunden davon und war vier Wochen lang krank geschrieben.

Der Angeklagte, seine Ex-Freundin und deren neuer Lebensgefährte sind als Arbeiter in einem Unternehmen im Frankenberger Land beschäftigt. Nachdem sie die Beziehung innerhalb von sechs Jahren zum zweiten Mal beendet und sich einem anderen Mann zugewandt habe, sei sie von ihrem Ex-Freund an der Arbeitsstelle immer wieder als „Schlampe“ und „Miststück“ beschimpft worden, sagte die Frau als Zeugin aus. „Wenn ich dich nicht kriege, kriegt dich keiner“, soll der Angeklagte gesagt haben.

Vor dem Haus seiner Ex-Freundin soll der Angeklagte einige Zeit mit seinem Wagen auf und ab gefahren sein.

In der polizeilichen Vernehmung am Morgen nach dem tätlichen Angriff fiel natürlich auch der Name des Ex-Freundes, als es um mögliche Tatverdächtige ging. Doch der 41-jährige Beschuldigte konnte mit einem Chip nachweisen, dass er sich in der fraglichen Nacht in einer Bad Homburger Spielbank aufgehalten hatte. Eine weitere Frau, die noch nicht vernommen wurde, soll diese Angaben bestätigen.

Therapie

Eine weitere Spur führt zu dem Angeklagten: Zwei seiner Sportkollegen soll er in einem Fitnessstudio mehr oder weniger direkt gefragt haben, ob sie wieder jemand kennen, der „einen Job“ erledigen könne. Ein dritter Mann bestritt, dass es eine solche Frage geben habe. Die beiden anderen Männer waren offenbar entsetzt: Einer riet dem Angeklagten zu einer Therapie. „Ich weiß, dass er einen unheimlichen Hass auf seine Ex-Freundin und deren neuen Partner hatte.“ Der andere wandte sich an einen befreundeten Polizeibeamten.

In Absprache mit seinem Rechtsanwalt äußerte sich der Angeklagte bisher nicht. Richterin Andrea Hülshorst will noch vier weitere Zeugen vernehmen. Die Hauptverhandlung wird am 22. Oktober fortgesetzt. (off)

Quelle: HNA

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