Schwimmen wie Großvater

Wilhelm Lange erlebt Wassersporttalente nun in dritter Generation

Hoffnungsvolles Schwimmtalent: Wenn der 88-jährige ehemalige DRK-Schatzmeister und Wassersport-Pionier Wilhelm Lange Besuch von Enkelin Julia Mrozinski bekommt, bringt sie meistens eine neue Siegerurkunde mit. Schon ihre Mutter Britta Lange-Mrozinski (rechts) gehörte zu Frankenbergs erfolgreichsten Schwimmsportlerinnen. Fotos: Völker

Frankenberg. Wenn am Wochenende bei Wilhelm Lange in der Freilingstraße in Frankenberg das Telefon klingelt, meldet sich ganz oft Enkeltochter Julia aus Nidderau bei Frankfurt.

Der Grund: Stolz meldet sie dem Opa wieder einen Erfolg bei einem Schwimmwettkampf – sie ist bereits mehrfache hessische Meisterin in verschiedenen Disziplinen, süddeutsche Meisterin und Zweite der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Rückenschwimmen Mehrkampf 2012. Damit setzt die Dreizehnjährige eine Frankenberger Familien-Erfolgsgeschichte des Schwimmsports fort.

Pionier der TSV-Schwimmer

Denn: Großvater Wilhelm Lange (88) zählt zu den Pionieren der TSV-Schwimmabteilung und Mitbegründern der DLRG in Frankenberg seit 1947. Seine Tochter Britta, Jahrgang 1966, hat in ihrer Jugend seit 1974 für den TSV Frankenberg und den hessischen Schwimmverband insgesamt 650 Urkunden geholt. Zu den Höhepunkten ihrer Sportlaufbahn gehörte der Titel der Deutschen Jugendmeisterin im Schwimm-Fünfkampf, und zwischen 1980 und 1983 war sie bei den deutschen Meisterschaften im Rücken- und Brustschwimmen unter den ersten Zehn.

Britta Lange 1983: Sie gehörte zu den ersten Zehn bei den deutschen Jugendmeisterschaften und holt insgesamt 650 Urkunden im Schwimmsport.

Ganz klar, dass Wilhelm Lange nun mit viel Freude zusieht, wie sich seine Liebe zum Schwimmsport in der dritten Generation fortsetzt. Sein Fotoalbum enthält noch Fotos vom Abschlussschwimmfest des TSV Frankenberg 1947 an der Eder, wo er gemeinsam mit Tanzlehrer Rudolf Müller die jungen Teilnehmer betreute, und von der DLRG-Rettungsstation am Edersee 1948, aus der er später das JRK-Zentrum Albert-Schweitzer-Lager entwickelte. Hauptberuflich baute Lange als langjähriger Schatzmeister nach dem Krieg in Frankenberg die Rotkreuz-Arbeit auf.

Viele Stunden seiner Freizeit verbrachte Wilhelm Lange gemeinsam mit seiner im vergangenen Jahr verstorbenen Ehefrau Ruth damit, Tochter Britta zum Training und zu Wettkämpfen zu begleiten. „Manchmal nahm er sich im Auto Akten mit und arbeitete dort, während ich schwamm“, erinnert sich heute die Physiotherapeutin Britta Lange-Mrozinski dankbar. Die hoffnungsvolle Jugendmeisterin durfte in Allendorf-Eder damals sogar das werkseigene Schwimmband der Firma Viessmann benutzen.

Enkelin Julia Mrozinski findet für ihre Schwimmbegabung heute noch bessere Fördermöglichkeiten: Sie besucht in Frankfurt die 7. Klasse der Carl-von-Weinberg-Schule, die den Titel „Eliteschule des Sports“ vom Deutschen Olympischen Sportbund verliehen bekommen hat. Bei Wettkämpfen startet sie für die Schwimmgemeinschaft (SG) Frankfurt, dem größten Verein seiner Art in Hessen mit einer Fülle von Angeboten und Trainingsmöglichkeiten

Großvater Wilhelm Lange wird sich also noch auf einige Erfolgsmeldungen der begabten jungen Schwimmerin freuen können.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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