Hatzfelder Museum vor ungewisser Zukunft

Nur sechs Besucher in sechs Monaten

+
„Ammes Haus“ ist das zweitälteste Gebäude in Hatzfeld. Das Museum befindet sich im Mittelweg in der Altstadt.Fotos: Mark Adel

Hatzfeld - Was wird aus dem Hatzfelder Museum? Diese Frage stellt sich derzeit der Magistrat, denn die Ausstellung lockt kaum Besucher. Ein noch größeres Problem: Das Haus muss saniert werden, die Kosten dürften im sechsstelligen Bereich liegen.

Das Museum im zweitältesten Haus der Stadt, Baujahr 1769, wurde 1994 eröffnet. Zuvor hatte die Stadt es gekauft und saniert. Auf Rosen gebettet war Hatzfeld schon damals nicht. Für 80.000 Mark war das Haus gekauft worden, die Sanierung hatte weitere 65?000 Mark gekostet: Insgesamt also umgerechnet 70.000 Euro.

Der Plan, auch die angrenzende Scheune auszubauen und dort ein Café einzurichten, war nicht zu realisieren. Doch nun ist die finanzielle Lage der Schutzschirmkommune noch schlechter: „Für eine Sanierung haben wir kein Geld“, stellt Bürgermeister Dirk Junker (parteilos) klar. Doch die ist nötig. Von den Fenstern ist die Farbe ab, die Gefache sind beschädigt, Teile von Holzbalken im Fachwerk weggefault. Die Stützmauer ist schon vor drei Jahren erneuert worden, weil ansonsten der Untergrund weggerutscht wäre. Hatzfelder Firmen hätten ihre Unterstützung bei der Sanierung zugesagt, berichtet Junker.

Ob damit die gesamte Erneuerung abgedeckt wäre, ist aber offen. Ein Gutachten liegt bislang nicht vor. Die Alternative: Die Stadt verkauft das Haus, das Museum zieht in ein anderes städtisches Gebäude um. Denkbar sei beispielsweise, eine Ausstellung im Obergeschoss des Bürgerhauses einzurichten, sagt Dirk Junker. Der Burgverein, der sich mit der Stadtgeschichte beschäftigt, sei angesprochen worden, ob er sich ebenfalls engagiere. Ob neuer Standort oder nicht: Das Konzept muss in jedem Fall überarbeitet werden. Denn derzeit locken die Exponate kaum Besucher.

Von 2008 bis 2012 waren es durchschnittlich 18,6 Gäste im Jahr. Von Januar bis Juli 2013 waren es gerade mal sechs Menschen. „Die Tendenz ist abnehmend“, sagt Manfred Kiesant, der das Museum betreut und mit aufgebaut hat. Dabei sei das Interesse in der Anfangszeit noch groß gewesen. „Aber heute erwartet man was anderes“, sagt Kiesant. „Da muss Action sein.“ Dann könnten sich auch Touristen für die Ausstellung interessieren. Derzeit sei die Wirkung auf Urlauber „gleich null“, berichtet der Bürgermeister.

Er will die Museum auch auf die Themenliste des Projekts „Zukunftssicherung Hatzfeld“ setzen, bei der sich Bürger mit der Weiterentwicklung ihrer Heimat auseinandersetzen sollen. Das erste Treffen findet am 7. November statt. Möglicherweise, hofft Junker, gibt es weitere Ideen zur Zukunft von „Ammes Haus“ und der Ausstellung. Der Magistrat werde sich dann im Lauf des nächsten Jahres weiter mit der Zukunft des Museums befassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare