Sekundenschlaf war Ursache

Unfall mit elf Verletzten bei Winterberg: Verursacher zu Geldstrafe verurteilt

Medebach. Sekundenschlaf war die Ursache für einen schweren Unfall, der sich am 4. März bei Winterberg ereignete. Der 44-jährige Verursacher wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Zu einer Geldstrafe von 2800 Euro (80 Tagessätze à 35 Euro) hat das Amtsgericht Medebach einen 44 Jahre alten Mann aus Waldeck-Frankenberg verurteilt.

Nach Überzeugung des Gerichtes hatte der Angeklagte am 4. März dieses Jahres auf der Bundesstraße 480 bei Winterberg einen folgenschweren Unfall mit insgesamt elf Verletzten verursacht. Drei Rettungshubschrauber waren damals im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Sekundenschlaf war vermutlich die Ursache dafür, dass der 44-Jährige mit einem Firmenwagen, in dem auch ein 22-jähriger Kollege saß, in einer langgezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort prallte der Wagen mit einem voll besetzten Auto aus den Niederlanden zusammen. Ein nachfolgender Wagen, besetzt mit belgischen Urlaubsgästen, fuhr noch auf den niederländischen Wagen auf. Mehrere Personen waren eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit der Rettungsschere befreit werden. Auch der mutmaßliche Verursacher und sein Beifahrer wurden verletzt.

Die Frau und eine Tochter des niederländischen Pkw-Fahrers schwebten lange in akuter Lebensgefahr. Die 27-jährige Tochter ist seit dem Unfall querschnittsgelähmt. Die Ehefrau des niederländischen Fahrers erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Beide sind bis heute in stationärer Behandlung.

Nach der Befragung von vier Zeugen und den Ausführungen eines Gutachters war für Richter Ralf Fischer klar: „Der Angeklagte ist definitiv eingeschlafen.“ Anders sei der Unfallhergang technisch und vom Gesamterscheinungsbild nicht zu erklären.

Das Gutachten ergab, dass beide Autos mit jeweils 75 Stundenkilometern nahezu frontal ineinander krachten. Daraus resultieren auch die schweren Verletzungen.

„Der Angeklagte hat sich geständig gezeigt. Er bedauert das Geschehene zutiefst“, sagte Richter Fischer. (off)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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