Sven Riehl und Michael Lapp aus Gemünden haben die Osterbach-Brauerei gegründet

Selbst gebrautes Bier aus der Bunstruth

+
Das Herzstück der Osterbach-Brauerei in Gemünden sind die Maische- und Würzepfanne und der Gärbottich.

Gemünden - Würzig und kräftig schmeckt es, das Junkern-Pils aus der Osterbachbrauerei. Ab sofort wird es in kleine Fässer gefüllt und verkauft. Michael Lapp und Sven Riehl haben aus ihrem Hobby einen Nebenberuf gemacht und eine kleine Brauerei gegründet. Bis zu 5000 Liter Bier pro Jahr wollen sie produzieren.

Mit dem Geburtstag von Sven Riehl vor zwei Jahren hat alles angefangen. Damals schlug Michael Lapp, der Cousin von Riehls Ehefrau Tanja, vor, für den Ehrentag ein eigenes Bier zu brauen. Nach einem Tag, an dem Sven Riehl ihm über die Schulter gesehen hatte, war er fasziniert. Und nach dem zweiten oder dritten Sud, bei dem er mithalf, hatte ihn Lapp mit seiner Begeisterung angesteckt. Seitdem beschäftigt sich auch der 39-Jährige mit dem Handwerk.

Im Januar haben die Gemündener begonnen, ihre kleine Brauerei in der Scheune von Riehl einzurichten. Aus dem gebraucht gekauften Sudwerk haben sie inzwischen „eine exklusive Anlage“ gebaut, indem sie die Technik optimiert, die Anlage zum Teil umgerüstet und auch erweitert hätten. „Wir ergänzen uns gut: Michael hat das Hauptwissen über das Brauen und die Rezepturen, ich bin mehr der Techniker“, erzählt Sven Rhiel. Beide haben hauptberuflich nichts mit dem Brauhandwerk zu tun: Riehl arbeitet im Außendienst für eine Eisengießerei, Lapp ist im öffentlichen Dienst tätig.

Um aus ihrem Hobby einen Nebenerwerb zu machen, mussten die beiden „Freunde des Pils“, wie sie sich bezeichnen, nicht nur eine stimmige Rezeptur entwickeln, sondern auch einige Vorschriften beachten: von der Deklarationspflicht über Hygienevorschriften in den Räumen bis hin zu speziellen Schläuchen für alkoholhaltige Flüssigkeiten. Außerdem haben die Gemündener mit zahlreichen Behörden zu tun, darunter die Handwerkskammer, die Berufsgenossenschaft und die Industrie- und Handelskammer. Sie alle wollen einen Anteil von den Einnahmen aus dem Bierverkauf.

Pro Jahr wollen die beiden Brauer zehn Sude produzieren - also 4000 bis 5000 Liter. „Das ist das Ziel, damit wir unsere Investitionen wieder reinholen und die Kosten decken“, sagt Riehl.

Am vergangenen Wochenende haben Lapp und Riehl ihr Junkernpils zum ersten Mal in der Öffentlichkeit angeboten: Im Alten Bahnhof in Gemünden gibt es das Regionalbier vom Fass. Die ersten Reaktionen der Gäste waren gut, freuen sich die Gründer. Das Junkernpils soll es immer geben und den Grundstock der Refinanzierung bilden. Weitere, saisonale Biere - ein Bockbier und ein Weizen - sind in Planung. (apa/gl)

Die ganze Geschichte über die Osterbach-Brauerei und wie Sven Riehl und Michael Lapp zu Bierbrauern wurden, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Freitag, 29. August.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare