DRK-Kreisverband weiht das Projekt Betreutes Wohnen in Bromskirchen ein

„Senioren hier behalten“

Geschmiedeter Notenschlüssel zur Eröffnung der Wohnanlage: (von links) Seniorenclubleiterin Regine Frese, DRK-Vorsitzenden Dr. Rolf Bluttner, Architekt Achim Roth, DRK-Geschäftsführer Christian Peter und Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. Foto: Hoffmeister

Bromskirchen. Die Gemeinde Bromskirchen hat, was viele gern hätten: Einen schicken, nagelneuen Gebäudekomplex für betreutes Wohnen. In acht je 64 Quadratmeter großen, behindertengerechten Wohnungen können ältere Menschen mit einem gewissen Betreuungsangebot leben – von der Steede aus aber auch ihren gewohnten Kirchturm sehen.

1,2 Millionen Euro hat die Senioren-Wohnanlage gekostet, sagte DRK-Geschäftsführer Christian Peter der HNA. Das Land Hessen beteiligt sich mit einem Wohnungsbau-Darlehen (440 000 Euro) an den Kosten. 290 000 Euro hat das Rote Kreuz als Zuschuss von der ARD-Fernsehlotterie erhalten, 120 000 Euro plus 50000 Euro für den Kanalanschluss steuerte die Gemeinde Bromskirchen bei.

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese als einer der Initiatoren sprach gestern von einem „Leuchtturmprojekt“. Der demografische Wandel sei in Bromskirchen mit einem hohen Anteil über 60-jährigen längst angekommen. „Der Umzug in ein Seniorenheim stellt für ältere Menschen oft einen eklatanten Einschnitt dar“, sagte Bürgermeister Frese. Durch die hohen Betreuungskosten könnten aus „verdienten Stützen der Gesellschaft von heute auf morgen Bittsteller“ werden. Das in Bromskirchen nun realisierte Projekte habe den Anspruch, Wohnraum „zu erschwinglichen Konditionen“ bereit zu stellen.

Von einem „Meilenstein“ sprach Freses Ehefrau Regine. Die engagierte Leiterin des Seniorenclubs hatte die ältere Generation zum Kaffeetrinken in das neue Gebäude eingeladen. Und die Senioren waren in großer Zahl gefolgt.

„Wir wollen unsere Senioren hier behalten“, betonte Regine Frese und lag damit auf der gleichen Linie wie DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Peter. „Es darf nicht sein, dass die Menschen im Alter aus ihren angestammten Wohnorten wegziehen müssen“, sagte Peter. „Wir machen es hier anders und gehen in der Peripherie auf die Menschen zu.“

Der DRK-Kreisverband wird in dem neuen Gebäude auch eine Sozialberatung bieten. Mitarbeiterin Anja Flügel wird den älteren Menschen zum Beispiel beim Umgang mit Behörden helfen.

Von einer „relativ schwierigen Nordhanglage“, der aber einen schönen Talblick auf Bromskirchen sprach Architekt Achim Roth. „Wir wollten einzelne Häuschen“, sagte Roth. Das Gebäude ist so konzipiert, dass im Erdgeschoss Veranstaltungen stattfinden können. Lesungen kann sich Christian Peter dort vorstellen. Aber auch Blutspendetermine, Häkelabende im Winter oder die regelmäßigen Treffen des Seniorenclubs.

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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