Seniorenheim Frankenau: Claudia Ravensburg kritisiert Landrat Kubat

Claudia Ravensburg

Frankenau. In einem Brief hat sich die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg an Landrat Dr. Reinhard Kubat gewandt und ihm ein überparteiliches Gespräch hinsichtlich der Förderung der Seniorenheimplätze in Frankenau vorgeschlagen. Der Landrat reagierte auf Anfrage der HNA auf die Kritik der CDU-Politikerin.

Zur Erinnerung: Der Kreis hatte erklärt, dass es für den Bau eines neuen Seniorenheimes in Frankenau momentan keinen Bedarf und daher für die potenziellen Betreiber auch keine Fördermittel des Landes geben werde.

„Ich bin davon überzeugt, dass es große Missverständnisse im Kreis geben muss, die zu einer Ablehnung der Plätze für Senioren geführt haben. Anders ist die Ablehnung seitens des Kreises nicht zu erklären“, sagt Ravensburg. Sie fügt hinzu: „Es gab mit der Wesemühle in Frankenau bereits 23 Plätze, die jetzt in einem Ersatzneubau nach modernsten Grundlagen seniorengerecht in das Gesamtprojekt verlagert werden sollen. Ersatzbauten werden nach wie vor vom Land gefördert.“ Die neu zu schaffenden Plätze für Menschen mit Behinderung seien schon deshalb notwendig, weil es bisher im Kreis speziell auf die Bedürfnisse von Behinderten ausgerichtete Plätze in einem inklusiven Projekt nicht gebe.

Wenn man argumentiere, dass es genügend klassische Seniorenheimplätze im Kreis gäbe, dann ignoriere man zudem völlig die geografische Lage von Frankenau südlich des Edersees und des Nationalparks. Im Umfeld von Frankenau gebe es keine Alternativen. Dies seien schon genug Gründe, dass sich der Landrat in seiner Fachabteilung für das Frankenauer Projekt einsetzt. „Wenn wir ihn darin unterstützen können, wären wir gerne bereit, sich bei einem Runden Tisch mit den politischen Entscheidungsträgern aus Stadt, Kreis und mit den Landtagskollegen über Umsetzungsstrategien des Projektes zu beraten“, so Ravensburg.

Kubat (SPD) kann indes die Kritik, die ihm Claudia Ravensburg entgegenbringt und die auch Reinhard Kahl (SPD) sowie Frankenaus Bürgermeister Björn Brede (SPD) in den zurückliegenden Tagen mit Blick auf einen möglichen Neubau eines Seniorenheims in Frankenau geäußert haben, nicht nachvollziehen. „Es ist schlichtweg falsch, dass wir uns dagegen verwehren, an Fördermittel für einen Neubau zu kommen“, sagte der Landrat am Montag auf Anfrage der HNA. „Fakt ist, dass im Altkreis Frankenberg momentan ein Überangebot an Betten in stationären Seniorenheimen besteht. Daher gibt es nach dem Bedarfsplan keine Fördermittel des Landes“, sagt Kubat. Der Landkreis verfolge zudem die Doktrin, dass ambulante und häusliche Pflege Vorrang vor stationärer Pflege habe. „Diesen Weg werden wir jetzt nicht einfach verlassen“, sagt Kubat.

Der Landrat weist aber im gleichen Atemzug darauf hin, dass geprüft werde, ob im Falle eines Ersatzbaus für die insolvente Wesemühle Fördermittel fließen können. „Außerdem wollen wir gemeinsam mit dem künftigen Betreiber des neuen Seniorenheims intensiv darauf hinarbeiten, dass ein Modelprojekt in Frankenau zustande kommt. Dann legen wir dieses dem Land vor und werden auf diesem Weg sicherlich sehr gute Chancen haben, an Fördermittel zu kommen“, sagt der Landrat.

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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