Bundestrend erreicht den Landkreis – Fachkräfte fehlen

Seniorenpflege: Auch in Waldeck-Frankenberg Personalschwund

Waldeck-Frankenberg. Auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg haben Seniorenpflegeheime zunehmend mit Personalmangel zu kämpfen. Das teilten Leiterinnen und Leiter einzelner Einrichtungen auf Anfrage der HNA mit.

Im Zuge des demografischen Wandels habe in den vergangenen Jahren auch das Image des Altenpflegers gelitten, berichtete DRK-Kreisgeschäftsführer Christian Peter. „Ursprünglich war hauptsächlich das Rhein-Main-Gebiet von dem Problem betroffen“, sagte Peter. Mittlerweile habe der Trend aber auch Nordhessen erreicht. In den DRK-Häusern in Battenberg und Gemünden werde es immer schwieriger, ausgeschriebene Stellen zu besetzen. Auch die Konkurrenzsituation der Einrichtungen sei nicht zu unterschätzen, sagte Michael Ricken, Leiter des Hauses am Nordwall in Korbach: „Im Landkreis sind viele neue Einrichtungen entstanden. Da muss man sich schon behaupten können.“

Vorhandene Stellen werden bei den meisten Einrichtungen mit Personal aus der Region besetzt. Auf ungelernte Kräfte aus dem Ausland greifen die Häuser kaum zurück. Die Vorgabe des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen), mindestens 50 Prozent ausgebildete Fachkräfte zu stellen, können die meisten Einrichtungen im Landkreis erfüllen.

Volker Czerwinski vom Altenzentrum in Frankenberg bestätigt das Problem schleichenden Personalschwunds. So habe die Zahl der Initiativbewerbungen drastisch abgenommen. Einen Grund sieht er in einer Verschiebung der Prioritäten: „Früher stand die Pflege im Mittelpunkt. Heute liegt der Schwerpunkt auf der Dokumentation.“

Iris Raudies vom Seniorenpflegeheim Göckestift in Bad Wildungen, will der Entwicklung vorbeugen, indem sie verstärkt auf Ausbildung setzt: „Nach Möglichkeit übernehmen wir unsere Auszubildenden später.“ (dow)

Quelle: HNA

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