Sensation für Naturschützer: Der Biber ist zurück 

Großer Nager: Biber wie dieser, der in Brandenburg fotografiert worden ist, haben sich nun auch wieder in Waldeck-Frankenberg angesiedelt. Archivfoto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Der Biber ist zurück in Waldeck-Frankenberg. Dies belegen Spuren, die in einem Sumpfgebiet im Kreisteil Frankenberg gemacht wurden. Naturforscher bezeichnen dies als Sensation, da Europas größtes Nagetier in Hessen lange ausgestorben war.

Immer wieder wurden angeblich Biber an der Eder oder an Teichen gesichtet. Es handelte sich allerdings stets um Bisame („Bisamratten“), aus Amerika stammende Pelztiere. Seit dem 8. Januar dieses Jahres ist es jedoch Wirklichkeit: Ein naturkundiger Apotheker entdeckte in einem Sumpfgebiet vielfältige Spuren anwesender Biber. Ein Mitglied des Naturschutzbundes (NABU) und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) konnte die Anwesenheit von Bibern am folgenden Tag bestätigen und fotografisch dokumentieren.

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Diese sensationelle Beobachtung, die für die Biberforschung in Hessen von großer Bedeutung ist, wurde dem NABU-Landesverband und der HGON, der oberen Naturschutzbehörde und führenden NABU-Mitgliedern im Kreis mitgeteilt. Aus Schutzgründen bitten die Naturschützer um Verständnis, dass vorerst der genaue Lebensraum der eingewanderten „Baumfäller“ nicht öffentlich bekannt gegeben wird, um die Ansiedlung nicht zu gefährden. Trotz der deutlichen Spuren wird man die oft nachtaktiven Biber ohnehin nicht so schnell zu Gesicht bekommen.

Im Mai 2013 waren zwei Biber ertrunken aus dem Diemelsee geborgen worden. Das wurde als – allerdings missglückter – Vormarsch in den Kreis gedeutet. Für das nun entdeckte Biber-Biotop im Süden des Kreises stellen sich die Fragen, auf welchem Wanderweg gelangten die Tiere dorthin und warum kamen sie nicht zuerst an die untere Eder im Kreisteil Waldeck, von dem das nächste Vorkommen nicht allzu weit entfernt liegt.

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Von Gerhard Kalden

Quelle: HNA

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