Neuer Teil der Serie "Schandfleck"

Haus neben der Volksbank in Frankenberg verfällt immer weiter

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Kein schöner Anblick: Das leer stehende Haus an der Ecke Bottendorfer Straße/Bahnhofstraße in Frankenberg – neben der Volksbank – verfällt immer mehr. Der Besitzer wohnt in Göttingen. Vor dem Haus wird gerade die Bottendorfer Straße saniert.

Frankenberg. Für HNA-Leserin Irene Dechert ist dieser Leerstand ein Schandfleck, und auch der Frankenberger Detlef Ochse spricht von einem Weggucker: Das Haus an der Ecke Bottendorfer Straße/Bahnhofstraße in Frankenberg ist tatsächlich kein Schmuckstück mehr.

Fenster sind kaputt und mit Plakaten zugeklebt, die Fassade ist fleckig, der Vorgarten zugewachsen. Während vor der Tür die Bottendorfer Straße gerade von der Stadt erneuert wird, verfällt das Haus neben der Volksbank immer mehr.

Der Hausbesitzer wohnt im niedersächsischen Göttingen – gut 120 Kilometer von Frankenberg entfernt. Er bedauere, dass er sich nicht so um das Haus kümmern könne, wie er es gerne möchte, sagt er uns am Telefon. „Ich bin über 80, gesundheitlich geht es mir nicht mehr so gut.“

Das Haus in Frankenberg habe sein Großvater in den 1920ern gebaut, erzählt der Eigentümer. „Er hatte eine Mühle und eine Bäckerei in Viermünden, das Haus war eine Filiale.“ Seitdem sei es in Familienbesitz. Vor vielen Jahren waren dort mal eine Wäscherei-Annahme und eine Fahrschule untergebracht.

Er habe das Gebäude geerbt, wohne aber in Göttingen, in Frankenberg gebe es keine Verwandtschaft mehr, erzählt der Eigentümer. „Das Haus war so weit in Ordnung, bis es von irgendwelchen Leuten verwüstet wurde, nachdem der letzte Mieter ausgezogen war“, berichtet er. „Es wurde regelrecht ruiniert.“ Er habe auch die Polizei eingeschaltet, die den Vandalismus aber auch nicht verhindern konnte. Er habe dann die Zugänge verbarrikadiert, die seien aber wieder aufgebrochen worden. „Irgendwann habe ich resigniert.“

Er sei jetzt bemüht, das Haus zu verkaufen. 

Die Stadt Frankenberg begrüße es, dass die HNA über das Gebäude berichtet, hatte uns Pressesprecher Florian Held schon vor einiger Zeit auf Nachfrage mitgeteilt. „Da es ein Privatgrundstück ist, hat die Stadt bezüglich des Gebäudezustandes eine sehr geringe Handhabe“, teilte Held mit.

Nach dem Grundgesetz verpflichtet Eigentum. „So lange aber kein Zusammenbruch des Hauses droht oder die öffentliche Sicherheit gefährdet ist, kann die öffentliche Hand nichts machen“, erläuterte Held.

Quelle: HNA

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