Grundschüler lernen bei den „Jeux dramatique“, Probleme gemeinsam zu lösen

Auf sich und andere hören

Gemeinsam überlegen, gemeinsam entscheiden: (von links) Natalie, Tatjana und Patricia sind in dem Rollenspiel die Könige. Zusammen schmücken sie ihr „Schloss“. Foto: Laumann

Bottendorf. Es ist eine Szene mit Symbolcharakter: Die Schüler der Klasse 3a der Bottendorfer Grundschule sitzen im Mittelkreis der Turnhalle. Vor ihnen liegen vier Holzschwerter. Zu wenige für alle. Anstatt, dass jeder lautstark ein Schwert einfordert, kreist die „Erzählkugel“. Nur wer die in den Händen hält, darf sprechen.

Die Kinder argumentieren, entscheiden sich um und geben ihren Mitschülern den Vorzug. Ruhig und solange, bis es passt. Das ist, was „Jeux dramatique“ erreichen will. Zum zweiten Mal holte Rektor Kieran Schmidt die „Ausdrucksspiele aus dem Erleben“ an seine Schule.

Dieses Mal machen die Klassen 3a und 3b mit – finanziert mit 1300 Euro von der Aktion „Kinder für Nordhessen“der HNA.

An jeweils zwei Projekttagen erklärt Erzieherin Iris Kalhöfer aus Diemelsee den Kindern auf spielerische Weise, eigenes Erleben und Gefühle auszudrücken.

Die Schüler des Jahrgangs drei schlüpfen in Rollen. Sie können sich aussuchen, ob sie etwa die Könige oder die Untertanen mit den Farben Gelb, Rot, Blau sind. Gemeinsam bauen sie ihr Schloss oder ihre Hütten. „Man muss sich einigen und braucht eine eigene Meinung. Viele wissen gar nicht, was sie möchten“, beschreibt Iris Kalhöfer die Schwierigkeit.

„Man muss sich einigen und braucht eine eigene Meinung.“

Iris Kalhöfer

Aufgabe ist es, zuzuhören und gemeinsam eine Lösung zu finden. Eine, mit der alle zufrieden sind. „Diese Methode lässt viel zu und viele Möglichkeiten offen. Aber sie setzt trotzdem klare Grenzen“, sagt Iris Kalhöfer. Die Kinder sollen spüren, wie es ist, in der Gruppe angenommen zu werden, sich einzubringen und die Grenzen zu erfahren.

Nachhaltige Wirkung

Und das alles in einer Form, wie sie im Schulalltag oft nicht möglich ist. „Konflikte werden sonst anders gelöst. Unter Kindern gilt beispielsweise oft das Recht des Stärkeren“, sagt Rektor Schmidt. Solche Konflikte sollen in den beiden Klassen der Vergangenheit angehören. Der Rektor ist sicher: Die „Jeux dramamatique“ haben eine nachhaltige Wirkung: „Der Samen für andere Konfliktlösungen ist gelegt.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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