Lagerflächen und Biogasanlage bei Bottendorf

Silo-Standorte im "Winterstrauch" gesucht

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Viele Bottendorfer sind nicht grundsätzlich gegen eine Biogasanlage – sie schlagen jedoch einen anderen Standort vor. Derzeit wird daher geprüft, ob eine Biogasanlage im Bereich des Hochbehälters am Vogelhäuschen gebaut werden könnte.Foto: Kutsch

Burgwald-Bottendorf - Für die geplanten Silos und eine eventuelle Biogasanlage bei Bottendorf prüft der Maschinenring derzeit neue Standorte in der Bottendorfer Gemarkung. Das gibt die Verwaltung auf einer Internetseite bekannt, auf der die Burgwalder Fragen und Meinungen zum Thema veröffentlichen.

Einige Bottendorfer bringen ihre Kritik an den geplanten Silos und einer eventuellen Biogasanlage an der Kreisstraße 117 deutlich zum Ausdruck: Auf einer Internetseite der Gemeinde Burgwald stellen sie Fragen zu den Planungen. Manche Burgwalder brechen auch eine Lanze für das Projekt und erklären, dass der Geruch nicht nach Bottendorf ziehen könne, weil eine eventuelle Biogasanlage 40 Meter höher liege, als das Dorf.

Der Maschinenring stellte die Planung vor für eine Lagerfläche mit Silos und einer Lagerhalle für Holzhackschnitzel am Gemeindeverbindungsweg zwischen Bottendorf und Burgwald, neben der bestehenden Maschinenhalle. Eine Biogasanlage soll folgen dürfen - falls sie sich wirtschaftlich betreiben lässt (die FZ berichtete).

Die Silos und die Lagerhalle kann der Maschinenring als „privilegiertes Bauvorhaben der Landwirtschaft“ ohne Bebauungsplan errichten. Für die Biogasanlage sei eine Genehmigung nötig. Das erklärt ein Eintrag auf einer Internetplattform der Gemeinde. Die Antworten kommen von der Verwaltung, dem Maschinenring und der Firma Schmack/Viessmann. „Wir werden aber auch die Lagerfläche nicht gegen den Willen der Bevölkerung bauen“, betonte Walter Dersch vom Maschinenring.

Vor allem eine mögliche Geruchsbelästigung durch die geplanten Bauten sorgt die Bottendorfer. Uwe Hein schlägt vor, die Biogasanlage und die Silos in Richtung Hochbehälter „Vogelhäuschen“ zu verlegen. „Wenn auch die Geruchsbelästigung nicht bis zum Dorf durchdringen sollte, so müssen doch viele Bottendorfer Bürger demnächst auf ihren verdienten ruhigen Spaziergang, den sie in diesem Bereich vollziehen, wegen eben dieser Geruchsbelästigung verzichten“, schreibt er. Die Antwort folgt prompt: „Wir überprüfen momentan ein Grundstück in dem Bereich. Ausschlaggebend hierfür ist die Stellungnahme der Bundeswehr, die unmittelbar gegenüber eine Ausfahrt aus dem technischen Bereich hat.“

Auf Anfrage der FZ bestätigte Bürgermeister Lothar Koch, dass derzeit mehrere Standorte zwischen der Kreisstraße und der Maschinenhalle geprüft werden. „Wir haben den Bürgern versprochen uns um Alternativen zu bemühen“, sagte Dersch. Die Standorte, die schließlich in Frage kommen, wolle der Maschinenring mit den Bottendorfern abstimmen. „Ich bin optimistisch, dass das Projekt gelingen kann.“ Derzeit suche der Maschinenring nur nach einem geeigneten Standort für die Lagerfläche. „Die Option auf eine Biogasanlage ist für uns von Bedeutung, spielt derzeit aber eine untergeordnete Rolle“, betonte Dersch.

In vielen Fragen der Bürger spiegelt sich die Unzufriedenheit über die Geruchsbelästigung durch den Güllebehälter in der Nähe des geplanten Standorts. „Bereits heute ist der Geruch der Gülle des Behälters neben der Maschinenhalle deutlich zu riechen, wenn aufgerührt wird“, kritisiert Helmut Ernst. Er kündigt bereits an: „Sollte die Planung wie jetzt vorgestellt weitergeführt werden, werden wir uns als Anlieger zu einer Gruppe organisieren und gegen die Planung sowie die Durchführung in dieser Art klagen.“

Die Gemeinde und der Maschinenring reagieren auf diese Bedenken mehrfach mit der Aussage, dass eine Geruchsbelästigung durch die Silos und eine eventuelle Biogasanlage ausgeschlossen sei. „Die Aussage bezieht sich nicht auf den dort vorhandenen Güllebehälter“, heißt es weiter.

Laut Koch besuchten am Wochenende 65 Bürger die Biogasanlage in Allendorf. „Es ist keiner dort weg und hat gesagt ‚und es riecht doch!‘“ - im Gegenteil: „Die Silos haben nicht gerochen. Nur in unmittelbarer Nähe war ein leichter Geruch nach Landwirtschaft in der Luft, aber kein unangenehmer Geruch“, sagte Koch.

Für die Burgwalder steht aber nicht nur die Frage nach dem Geruch im Vordergrund, sondern auch der Naturschutz (siehe Kasten). Viele Fragen auf der Plattform zielen daher in diese Richtung - und werden ausführlich von der Gemeinde, dem Maschinenring und der Firma Schmack beantwortet und öffentlich zugänglich gemacht.

Zusätzlich lädt die Gemeinde Burgwald zu einer Umfrage in das Bottendorfer Dorfgemeinschaftshaus ein. Ihre Meinung über die Silos und die geplante Biogasanlage dürfen sie dort am Freitag, 28. Februar, von 18 bis 21 Uhr und am Samstag, 1. März, von 10 bis 13 Uhr kund tun.

Fragen zu den Silos und der geplanten Biogasanlage und auch die Antworten können Interessierte stellen und nachlesen auf der Internetseite www.meine-gemeinde-meine-meinung.de. Auf dieser Plattform können zudem direkt Fragen an Bürgermeister Lothar Koch gestellt werden - oder Sparvorschläge für den Haushalt der Gemeinde abgegeben werden.

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