Katastrophenschutz: Landkreis stellt auf digitale Technik um

Sirenen sollen in Waldeck-Frankenberg auch künftig die Bevölkerung warnen

Warnen die Bewohner des Kreises: Sirenen gibt es im Werra-Meißner-Kreis fast flächendeckend. Ihr Klang hat je nach Ton verschiedene Bedeutungen.
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Warnen die Bewohner des Kreises: Sirenen gibt es in Waldeck-Frankenberg fast flächendeckend.

Vor allem auf Sirenen setzt der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wenn die Einwohner bei einer Katastrophenlage wie dem Hochwasser im Raum Ahrweiler gewarnt werden müssten.

Waldeck-Frankenberg - Das hat Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Darüber hinaus empfehle er die Nutzung von Warn-Apps wie Hessen-Warn oder Nina, ergänzt Biederbick als Leiter des Fachdienstes Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis.

Sirenen seien in allen Städten und Gemeinden des Landkreises – außer in Rosenthal – vorhanden. Derzeit würden die insgesamt 272 Sirenen technisch so umgerüstet, dass sie im Notfall per Digitalfunk sofort aktiviert werden könnten. So könne die Bevölkerung im Notfall durch akustische Signale gewarnt werden (siehe Hintergrund).

Umrüstung läuft

Die Umrüstung sei in der Stadt Korbach sowie in den Gemeinden Willingen und Twistetal bereits abgeschlossen, sagt Biederbick. In einigen Orten – beispielsweise in Wetterburg, Usseln oder Mehlen – seien in den vergangenen Jahren Hochleistungs-Sirenen installiert worden.

„Die Basisstationen des Digitalfunknetzes sind mit einer temporären Notstromversorgung ausgestattet, falls die Katastrophenlage einen Stromausfall und damit auch einen Ausfall der Handynetze mit sich bringt“, ergänzt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer.

Zum Einsatz der Sirenen gibt es nach Ansicht von Gerhard Biederbick keine Alternative: Eine nächtlich versandte SMS oder Warn-App-Nachricht werde von vielen Menschen im Schlaf nicht wahrgenommen. Auch Lautsprecher-Durchsagen seien „schwierig“, weil die Einsatzkräfte, die eine solche Durchsage absetzen könnten – beispielsweise Polizei oder Feuerwehr – im Falle einer Katastrophe durch wichtigere Aufgaben gebunden seien.

Man müsse zwischen Hochwasser und einem Starkregen-Ereignis unterscheiden, sagt Gerhard Biederbick. Vor einem Starkregen wie dem am 15. Juli im Raum Ahrweiler könne man sich durch bauliche Maßnahmen kaum schützen.

Stadt Korbach hat Rückhaltebecken gebaut

Die Stadt Korbach hatte mehrere Rückhaltebecken gebaut, um Hochwasserschäden wie das überflutete Parkhaus im Juli 2006 zu verhindern. Immer wieder von Hochwasser betroffen war der Volkmarser Stadtteil Ehringen – bis im Herbst 2008 ein Staudamm eingeweiht wurde, der rund acht Millionen Euro gekostet hatte.

Hintergrund: Auf- und abschwellender Ton warnt vor Gefahr

Sirenen-Signale: Ein einminütiger auf- und abschwellender Ton warnt die Menschen vor einer „besonderen Gefahr“. In diesem Fall sollte man sich nach Hause begeben, Fenster und Türen schließen, Radio oder Fernsehen einschalten, sich online informieren oder auf Durchsagen achten. Ein Dauerton von 3 mal 15 Sekunden mit einer Unterbrechung von 2 mal 7 Sekunden bedeutet „Feueralarm“. Ein einminütiger Dauerton bedeutet „Entwarnung“.

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