HNA hat Fans aus Löhlbach und Hallenberg getroffen

Skiflug-WM in Oberstdorf: Auch Fans aus dem Frankenberger Land waren an der Schanze

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Gemeinsam feuern sie ihre Favoriten an: (vorne von links) Jürgen Müller, Achim Rechenbach, Gunther Nonnenbruch und Petra Nonnenbruch sowie (hinten von links) Dominik Gerbracht, Katrin Kiehsler und Ute Müller vom Fanclub „Rasselbande Hallenberg“ .

Oberstdorf. Zehntausende Fans waren am Wochenende bei der Skiflug-WM in Oberstdorf. Auch aus dem Frankenberger Land sind Menschen die gut 530 Kilometer ins Allgäu gefahren, um die Springer anzufeuern. Wir haben einige von ihnen an der Schanze getroffen. 

Nach den ersten beiden Durchgängen sind sie heiser. Aber am nächsten Tag ist auf ihre Stimmen wieder Verlass. „Ziehhhhh…“ rufen Ute Müller, ihre Freundin Katrin Kiehsler und 25.000 weitere Fans, als mit Stephan Leyhe der erste Deutsche von der Schanze abhebt. Das Stadion brodelt. Gänsehaut. 

Es ist der zweite Wettkampftag der Einzelwertung bei der Skiflug-WM am Wochenende in Oberstdorf. Ute Müller aus Hallenberg ist mit ihrem Mann Jürgen ins Allgäu gereist, um die Sportler und vor allem ihren Favoriten Richard Freitag an der Heini-Klopfer-Schanze anzufeuern. Auch wenn Österreicher und Norweger vom Anlaufturm starten, schwenken sie ihre schwarz-rot-goldenen Fahnen. „Bei jedem Flieger fiebere ich mit, nicht nur bei den Deutschen“, sagt Ute Müller.

Die 55-Jährige liebt die stimmungsvolle Atmosphäre auf den Zuschauer-Tribünen. Partymusik, Fangesänge und Jubel beschallen das Stillachtal. Zum vierten Mal verfolgt die gebürtige Somplarerin nun in Oberstdorf einen Wettbewerb an der Skiflug- oder der Skisprungschanze. Auch beim Biathlon in Antholz ist sie gewesen. Sogar im Sommer zum Mattenspringen war sie schon dabei. „Dann ist alles grün, aber genauso viel los.“

„Das Ambiente fasziniert mich“, sagt Ute Müller und zeigt auf die vielen Menschen, die friedlich und fröhlich ihre Spitzensportler feiern. Ehrfürchtig blickt sie in Richtung Schanzentisch. „Das ist eine mächtige Schanze.“ Sie war schon mal oben auf dem 72 Meter hohen Anlaufturm. „Dort bekommt man eine Gänsehaut.“ Den Flug selbst einmal wagen, das würde sie „im Leben nicht. Dafür muss man schon geboren sein.“

Die Skispringer zu erleben, wie sie bis zu 200 Meter und weiter fliegen, sei noch eindrucksvoller, als den Sport im Fernsehen zu verfolgen. Deshalb kommt sie gerne wieder. Die Mitglieder des Fanclubs „Rasselbande Hallenberg“ haben Ute Müller einst mit dem Wintersport-Fieber angesteckt. Ihr Mann Jürgen ist auch einer der Fans. Die beiden begleiten die Skiflieger während des ganzen Wochenendes.

Es wird windiger. Es beginnt zu schneien. Der vierte Durchgang am Samstag wird abgebrochen. Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Ute Müller und die vielen anderen Fans freuen sich mit Richard Freitag über die Bronzemedaille.

Die heisere Stimme gehört dazu

Rainer Jakobi ist in Oberstdorf fast zu Hause. Der 67-Jährige aus Löhlbach ist schon 30 Mal in dem Ort im Allgäu gewesen. Mal zum Wandern und Radfahren mit seiner Familie, mehrmals an Silvester und immer wieder, um das Skispringen und Skifliegen zu schauen. Auch die Weltmeisterschaft am Wochenende hat er sich nicht entgehen lassen. Die Sprünge von der einzigen Skiflugschanze Deutschlands faszinieren ihn. „Das ist schon eine Hausnummer.“ 

Allgäu-Fan und Skiflug-Fan: Rainer Jakobi aus Frankenau ist fasziniert von der friedlichen, aber stimmungsvollen Atmosphäre an der Heini-Klopfer-Schanze im Stillachtal.

Von seinem Premium-Stehplatz aus hat der eingefleischte Fan einen tollen Blick auf den Anlaufturm und über das ganze Stadion. Er ist mittendrin. Mitten unter Tausenden von Fans, die so ticken wie er. Die wie an den Tagen zuvor schon seit Mittag die Tribünen füllen und sich auf die finalen Wettkampf-Durchgänge der Skiflieger im Einzel einstimmen. Die bei Wind hoffen, dass die Wettkämpfe stattfinden können. Die mitfiebern, damit die Skiflieger die 200-Meter-Marke überspringen. Und die mitzittern, wenn es für die deutschen Athleten um einen Platz auf dem Podium geht. 

Viele Fans trifft er hier wieder, mit denen er schon am Tag zuvor die Sportler angefeuert hat. „Wir haben eine schöne Fangemeinschaft“, sagt Rainer Jakobi. „Die Fans brüllen vor Begeisterung, wenn ein Deutscher an der Reihe ist, aber alle Sportler, ob aus Polen oder Norwegen, bekommen Beifall.“ Dass er eine heisere Stimme vom Jubeln hat, gehöre eben dazu. 

Rainer Jakobi lobt die gute Organisation der Veranstaltung. Am Abend wird er wieder mit einem Shuttlebus in den Ort fahren und dort noch ein wenig weiter feiern. Die Berge, Musik und Geselligkeit – das ist es neben dem Sport, was Rainer Jakobi an Oberstdorf schätzt. „Hier ist es einfach vielseitig. Einfach herrlich.“ Deshalb ist für ihn klar: „Ich werde nächstes Jahr wieder zum Skispringen fahren.“ 

Quelle: HNA

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