So feiern zwei schwerkranke Gäste aus dem Hospiz Frankenberg Weihnachten

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Richten den Weihnachtsbaum: Susanne Plenty und Eddy Röse, Mitarbeiter des stationären Hospiz Frankenberg. Die beiden schwerkranken Frauen baten darum, nicht fotografiert zu werden. 

Frankenberg. Auch im Frankenberger Hospiz wird Weihnachten gefeiert. Darüber, wie das abläuft haben wir uns mit zwei schwerkranken Gästen und Hospizleiter Eddy Röse unterhalten.  

„Die Stimmung ist hier ganz normal, es wird auch viel gelacht“, sagt Waltraud Groß. Viele Menschen würden sich falsche Vorstellungen vom Hospiz machen, ergänzt Alice Ochse. Die beiden krebskranken Frauen müssen es wissen, denn sie sind schon seit mehreren Monaten Gäste im Hospiz. Gäste werden die schwerkranken Menschen genannt, die hier die letzte Phase ihres Lebens verbringen. Wir haben in der Woche vor Weihnachten mit den Frauen gesprochen.

„Wir erleben oft, dass Angehörige hier ganz angespannt hereinkommen und gelöst wieder gehen“, erklärt Hospizleiter Eddy Röse. Auch oder gerade an Weihnachten versuche man für die Gäste eine lockere, weihnachtliche Atmosphäre zu erzeugen, damit sie sich wie Zuhause fühlen, erklärt Röse. Daher wird passend geschmückt, besonders der Platz vor dem Kamin sei beliebt.

Das Wohnzimmer wurde extra so eingerichtet, dass dort auch Gäste in Betten einen Platz finden. Außerdem stehen frischer Kaffee und Tee für die Angehörigen und Besucher zur Verfügung. „Und an Weihnachten gibt es Kartoffelsalat und Würstchen wie bei vielen Zuhause“, so Röse.

Das Angebot wollen die 74-jährige Waltraud Groß und ihre Familie nutzen, die Töchter kommen zu Besuch ins Hospiz. Alice Ochse dagegen will daheim das Weihnachtsfest begehen. Einen besonderen Wunsch haben die beiden schwerkranken Frauen nicht. „Ich würde mir Gesundheit wünschen, aber das geht ja nicht“, sagt Alice Ochse.

Beide sind voll des Lobes für die Mitarbeiter des Hospizes. „Die sind immer 100-prozentig für uns da“, sagt Alice Ochse. Für beide Frauen war eine Versorgung zuhause nicht mehr möglich, ins Altersheim wollten sie nicht. Im Hospiz kümmert sich ein 15-köpfiges Team um die maximal acht Gäste. Die Belegung kann sich täglich ändern. Auch an diesem Tag kurz vor Weihnachten erinnert eine Laterne vor einer Tür daran, dass der Gast, der in diesem Zimmer wohnte, kürzlich gestorben ist.

„Natürlich gibt es Tage, wo man weglaufen möchte, aber die hat man anderswo auch“, erklärt Groß. „Man ist froh um jeden Tag“, sagt Alice Ochse. Momentan gehe es ihr gut, aber das könne schon kurze Zeit später ganz anders aussehen, sagt die 67-Jährige. Natürlich müsse man sich mit dem Tod auseinandersetzen. „Die Stimmung ist mal so, mal so“, sagt sie. Und sicherlich habe man Angst, wenn die letzte Stunde dann geschlagen hat, aber jetzt sei es ja noch nicht so weit.

Dass viel gelacht wird, bestätigt sich während unseres Besuches übrigens mehrfach. Besonders als Eddy Röse und Kollegin Susanne Plenty für das Foto für den Artikel posieren müssen, halten sich die Damen nicht zurück.

Quelle: HNA

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