Peter Åkesson hat mittelalterliches Gebäude rekonstruiert

So könnte die alte Frankenberger Burg ausgesehen haben

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Fotomontage: So könnte die Burg ausgesehen haben - hier mit Liebfrauenkirche und Dekanat.

Frankenberg/Burgwald. Sie wurde 1276 zerstört und ist im 18. Jahrhundert verschwunden. Wie die mittelalterliche Frankenberger Burg einmal ausgesehen haben könnte, zeigt der Burgwalder Peter Åkesson jetzt in einem Modell und einer Fotomontage. 

Frankenberger Bürger revoltierten 1376 gegen den verhassten Burgherrn Hermann von Treffurt und seine Amtsleute. In einer Nacht- und Nebel-Aktion drangen sie in die Burg ein und brannten sie nieder. Generationen von Frankenbergern lebten von da ab im Schatten einer Ruine, wie alte Kupferstiche zeigen. Wie hat die mittelalterliche Burganlage vielleicht wirklich einmal ausgesehen, in welchem Größenverhältnis stand sie zum Kern der Altstadt?

Der Burgwalder Peter Åkesson, aktives Mitglied im Frankenberger Geschichtsverein, hat die im 18. Jahrhundert endgültig geschleifte Burg jetzt aufgrund vorliegender geophysikalischer Forschungen („Boden-Radar“) aus dem Jahr 2000 maßstabsgerecht als Modell rekonstruiert. Beraten wurde er dabei von dem aus Frankenberg stammenden Historiker Hans Becker, der bereits 2003 mit seinem Buchtitel gefragte hatte: „Wo ist die Frankenberger Burg geblieben?“ Beckers erste Reaktion: Er zeigte sich begeistert, wie intensiv sich der geschichtsinteressierte Laie in dieses Projekt hineingearbeitet hat.

Das Frankenberger Burgmodell ist fertig: Aus vielen hundert Kunststoffbausteinen rekonstruierte Peter Åkesson die mittelalterliche Anlage. 

Schon als Jugendlicher war Peter Åkesson, wenn er in die Konfirmandenstunde ging, gern den steilen Fußweg über „die Burg“ gelaufen und fragte sich: Wo waren die Tore, die Mauern, der Palas geblieben? Im Ruhestand nahm der heute 71-jährige ehemalige Firmenchef der Firma Metak in Burgwald das Thema wieder auf, studierte alte Belege, Gerstenberg-Illustrationen und die jüngsten geomagnetischen Messungen zu Fundamenten unter dem Erdboden. „Und natürlich floss auch ganz viel Fantasie in die Gebäude meines Burgmodells“, bekennt er.

Um die Burg sichtbar zu machen, benutzte der Modellbauer kleine, weiße Kunststoffbausteine, Fenster, Türen und Dachsparren aus Holz, die sein Sohn Jonas Åkesson in der Metak-Schwesterfirma „Metakreon“ entwickelt hat. Sie sollen Architekten und Bauherren helfen, bei der Planung leicht und flexibel Gebäudemodelle zusammenzustecken und blitzschnell zu verändern. Peter Åkesson hat damit nicht nur Wohnhäuser, sondern bereits die Liebfrauenkirche nachgebaut.

So richtig zufrieden war er erst, als sein Sohn Jonas Fotos des kompletten Modells mit digitaler Technik in Luftaufnahmen der heutigen Stadt Frankenberg einmontiert hatte. So könne man sich die Proportionen besser vorstellen.

Wird er weiter Modelle mit kleinen Kunststoffsteinen bauen? Seine Antwort kommt schmunzelnd: „Na klar, aber etwas Schwereres. Als nächstes habe ich mir das Schloss Neuschwanstein in Bayern vorgenommen.“

Quelle: HNA

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