Gemeinsame Tagung der Parlamente

Solarpark in Bromskirchen bis Sommer

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Auf einer 3,5 bis 4 Hektar großen Fläche im Gebiet „Auf der Stede“ am Ortsrand von Bromskirchen soll bis Mitte Juni ein Solarpark gebaut werden. Mit dem dadurch erzeugten Strom können etwa 400 Haushalte versorgt werden.Foto: Mark Adel

Battenberg - Idealer Start für die neue Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland, kurz BEGEB: Die Firma Viessmann baut einen Solarpark, nach der Fertigstellung können sich die Mitglieder der Genossenschaft daran beteiligen. Die Kosten werden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt.

„Eine Bürgerbeteiligung über die Genossenschaft ist möglich“, verkündete Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese am Donnerstag bei der Vorstellung der Genossenschaft. „Erstmal wird aber gebaut.“ Die Entscheidung zum Bau eines Solarparks sei am Dienstag gefallen. „Bauherr ist die Firma Viessmann“, berichtete Frese. Baubeginn sei in drei Wochen, die Fertigstellung für Mitte Juni vor gesehen.

Der Solarpark leistet zwei Megawatt und kann damit etwa 400 Haushalte mit Strom versorgen. Er entsteht im Gebiet „Auf der Stede“ am Ortseingang nahe der Bundesstraße 236. Das Gelände ist etwa 3,5 bis 4 Hektar groß. Seit Jahren diskutiert Ein Solarpark nahe Bromskirchen ist seit Jahren diskutiert worden, zweimal hatten sich Pläne zerschlagen. Im März hatten die Gemeindevertreter sich für die Baugenehmigung ausgesprochen, eine Firma aus Wesel hatte das Millionen-Projekt realisieren wollen. Von ihr übernehmen nun die Viessmann-Werke den Solarpark, auf dem bis zu 8300 Module entstehen. Der Anlage steht mit einer Investitionssumme von zwei Millionen Euro ganz oben auf der Projektliste der neuen Bürgerenergiegenossenschaft. Sie war aus einem Arbeitskreis entstanden, der sich bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts im Ederbergland gebildet hatte. Das Konzept wurde am Donnerstagabend verabschiedet.

Am 10. April war die Genossenschaft gegründet worden. Am Donnerstag tagten erstmals die Parlament aus Allendorf (Eder), Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld gemeinsam. Während der Sitzung in der Burgberghalle beschlossen sie, dass auch die vier Kommunen der Genossenschaft beitreten. Die Höhe der Anteile sollen die Gemeindevorstände und Magistrate bestimmen. Günter Jakobi hatte zuvor die Genossenschaft vorgestellt. Er war bei der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählt worden. Sie plant, finanziert, errichtet, betreibt und unterhält Anlagen zur Erzeugung von regenerativer Energie – also beispielsweise Strom aus Wasserkraft, Solaranlagen oder Windrädern. Bei positiver Geschäftsentwicklung können die Mitglieder auf eine Dividende hoffen. Aber: „Nachhaltigkeit geht vor Gewinnmaximierung“, betonte Günter Jakobi. Mitglied wird, wer mindestens einen Anteil kauft. Jeder Anteil hat einen Wert von 200 Euro, maximal können 250 Anteile im Wert von insgesamt 50.000 Euro erworben werden. Auf das Stimmrecht hat die Anzahl der Anteile keinen Einfluss: Jedes Mitglied hat eine Stimme. Neben Privatpersonen können auch Kommunen, Firmen und Vereine Mitglied werden, sagte Jakobi.

Weitere Projekte Neben dem Solarpark der Firma Viessmann will die Bürgerenergiegenossenschaft in den nächsten Jahren weitere Projekte umsetzen, die allerdings noch nicht konkret sind: Unter anderem sollen auf verschiedenen kommunalen und privaten Gebäuden Solaranlagen gebaut werden. Bis 2015 sind nach der Ideensammlung Windparks bei Bromskirchen, Hatzfeld und Rennertehausen vorgesehen, bis 2016 ein Biomasse-Heizkraftwerk am Auhammer. Jakobi gab einen Ausblick, wie die Genossenschaft im Jahr 2025 aussehen könnte: 50 Photovoltaikanlagen, 15 Windräder in vier Windparks, zwei Wasserkraftwerke und vier Stromtankstellen sollen 80 Prozent des Strombedarfs im Ederbergland decken, und: „Die BEGEB beschäftigt acht Personen.“ Ziele, die nach dem guten Start zwar optimistisch, aber nicht unrealistisch klingen.

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