Frankenberg

Soldaten warten auf de Maizières Erklärung

- Frankenberg (rou). Die Spannung steigt, auch in der Burgwald-Kaserne: Voraussichtlich nächsten Mittwoch präsentiert Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière die künftige Struktur der Bundeswehr.

„Streng geheim“, diesen Status hat die Bundeswehrreform, an der seit Monaten ranghohe Soldaten und Mitarbeiter von Thomas de Maizière feilen. „Das Ministerium hat sicher schon zu Ende geplant, wir wissen aber noch nichts“, erläutert Oberstleutnant Elmar Henschen, Kommandeur des in der Frankenberger Burgwald-Kaserne beheimateten Bataillons für Elektronische Kampfführung 932. Und er gehe davon aus, dass bis auf den engsten Planungsstab auch niemand im Detail wisse, was der Verteidigungsminister voraussichtlich am Mittwoch präsentieren wird. „Wir müssen uns einfach in Geduld üben“, sagt er und versichert: „Das fällt sicherlich niemandem so schwer wie uns betroffenen Soldaten.“ Doch Mutmaßungen würden momentan niemandem weiterhelfen. Und deshalb will der Chef der Frankenberger Soldaten sein Bauchgefühl nicht sprechen lassen.

Keinen Hehl macht Henschen allerdings daraus, dass auch bei ihm allmählich Nervosität aufkommt. „Natürlich gucken hier in Frankenberg alle auf die Burgwald-Kaserne, aber wir sind nur ein kleines Element in einer riesigen Reform“, versucht er zu relativieren. Doch wenn de Maizière am 26. Oktober in Berlin die Ergebnisse der größten Reform in der Geschichte der Bundeswehr präsentiert, wird der Fokus für einen Moment auf Frankenberg gerichtet.

Was passiert mit dem traditionsreichen Standort? Wo hat das mobile EloKa-Bataillon seine Zukunft? Auch diese Fragen werden im Zuge der Erklärung zur Bundeswehrreform beantwortet. Denn klar ist, dass der Bund Standorte schließen wird: Immerhin müssen binnen der nächsten vier Jahre mehr als acht Milliarden Euro gespart werden.

Doch ob einer der fünf großen hessischen Truppenstandorte betroffen ist? Fakt ist, dass nur fünf Prozent der 380 deutschen Bundeswehr-Standorte in Hessen liegen. Größere Truppenverbände sind nur noch in Fritzlar, Schwarzenborn, Frankenberg, Rothenburg und Stadtallendorf stationiert. Und fest steht dem Vernehmen nach auch, dass der Investitionsbedarf in der Burgwald-Kaserne mit mehr als 50 Millionen Euro am größten ist.

Doch neben der standortbezogenen gibt es auch noch eine verbandsorientierte Betrachtung: Das Frankenberger EloKa-Bataillon 932 ist eine von drei mobilen Einheiten, die beiden anderen sind das EloKa-Bataillon 912 in Nienburg an der Weser und das EloKa-Bataillon 922 in Donauwörth.

Somit sind drei Szenarien denkbar: Das Bataillon wird aufgelöst, die Soldaten einem anderen Verband zugeordnet – und die Burgwald-Kaserne geschlossen. Das Bataillon bleibt bestehen, agiert künftig allerdings von einem anderen Standort aus – und die Burgwald-Kaserne wird geschlossen. Alles bleibt wie gehabt: Die Burgwald-Kaserne bleibt Standort des EloKa-Bataillons 932.

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