Sommerzeit

Sonnenuhr im Ortsgrund zeigt die Zeit

Frankenberg - Gleich zwei farbenfrohe Sonnenuhren hat der Frankenberger Arndt Schroth an seinen Hauswänden angebracht. Mit Gold, Silber und ein paar Schrauben hat er ganz individuelle Zeitmesser geschaffen, die ihm selbst im Winter die genaue Uhrzeit anzeigen.

Wer an dem Haus von Arndt Schroth im Ortsgrund vorbeikommt, schaut sicher zwei Mal hin: Eine weiße Platte hängt neben seiner Haustür. Sie fällt ins Auge, sobald das Sonnenlicht darauf scheint. Silber und golden schimmert die Schrift. Die Platte entpuppt sich schnell als ungewöhnliche und pfiffige Sonnenuhr.

„Die meisten Sonnenuhren funktionieren nur im Sommer richtig“, erklärt Malermeister Arndt Schroth. Das liege daran, dass sie nur mit einer Zahlenreihe geschmückt sind, auf die der Schatten des Stabes fällt.

Schroth wollte das Ganze aber genauer haben und hat sich deshalb einige Änderungen zur klassischen Sonnenuhr überlegt. Auf seiner Uhr sind daher zwei Stäbe, die ihren Schatten auf die richtige Uhrzeit werfen: Der untere zeigt die Zeit im Sommer an, der obere gibt auch im Winter die richtige Zeit an.

Eine zweite, viel größere Sonnenuhr hat Schroth an einer weiteren Hauswand angebracht. Sie ist farblich ebenso gestaltet, wie sein Zeitmesser zur Straßenseite hin. Allerdings ist die zweite Uhr noch viel detaillierter: Für die Anzeige der Sommerzeit hat Schroth gleich drei Zahlenreihen mit Uhrzeiten an die Hauswand gemalt. Die Zahlenreihen sind leicht verschoben und nach Jahreszeiten unterteilt. „Von Juni bis August steht die Sonne am höchsten und fällt in einem anderen Winkel“, erklärt Schroth. „Außerdem geht sie früher auf und später unter.“ Dadurch fällt auch der Schatten des Stabes um einige Zentimeter weiter nach rechts, als im Frühling oder im Herbst. „Das können schon Zeitunterschiede von 20 Minuten sein, wenn die Sonnenuhr nur eine Zahlenreihe hat.“

Weil Schroth es aber zu jeder Jahreszeit genau wissen will, hat er die Sommerzeit in drei Abschnitte unterteilt. Angefangen hat er im Frühjahr mit der Arbeit: „Das wichtigste ist der Stab“, erklärt er seine Vorgehensweise. Der Winkel zur Hauswand und die Position müssen genau berechnet werden, bevor der Metallstab an die Wand geschraubt wird.

Der Rest ist Fleißarbeit: Im Frühjahr hat der Malermeister zu jeder vollen Stunde eine Markierung an der Hauswand angebracht. Dort hat er später die Uhrzeiten aufgemalt. Die Zeiten für den Sommer und den Herbst hat er dann berechnet. „Die hätte ich natürlich auch zu den entsprechenden Jahreszeiten markieren können. Dann wäre die Uhr aber nicht in einer Woche fertig geworden, sondern erst im Herbst.“

Die Inspiration für seinen Zeitmesser hat sich Schroth in Süddeutschland, in Österreich und in der Schweiz geholt: „Ich habe mich früher für ältere Gebäude interessiert“, erklärt der Frankenberger. Gerade an Kirchen und Schulen seien im Süden oft Sonnenuhren angebracht. Bei einem Kunden im Landkreis hatte er ebenfalls eine solche Uhr entdeckt. „Dann habe ich meine Fotos von den alten Gebäuden wieder herausgekramt und mir Gedanken gemacht.“ Die Gestaltung mit Farben und Blattgold waren für den gelernten Maler dann ein leichtes. (pk)

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