21-jähriger Mann muss 60 Stunden ableisten

Sozialarbeit nach Party-Schlägerei

Frankenberger Land. Ein Wochenende Freizeitarrest und 60 Stunden Sozialarbeit: So lautet das Urteil des Amtsgerichts Frankenberg gegen einen 21-jährigen Mann, der sich am Freitag wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten musste. Außerdem muss er den angerichteten Schaden wieder gut machen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Nach Überzeugung des Gerichts hat der 21-Jährige einem zwei Jahre älteren Mann bei einer privaten Feier in der Wohnung des Opfers einen Faustschlag ins Gesicht versetzt und auf diesen eingeprügelt. Selbst von einer Apfelweinflasche am Kopf verletzt, soll der Angeklagte die Feier am 5. November 2011 zunächst verlassen haben, um dann mit mehreren anderen Männern zurück zu kommen, die Scheiben der Haustür zu demolieren und an parkenden Autos einen Schaden von etwa 5000 Euro anzurichten.

Vermutlich war Eifersucht der Auslöser für den ganzen Ärger. Der Angeklagte wollte seine 21-jährige Freundin von der Party abholen und stellte dabei fest, dass zwei oder drei Männer – darunter der Gastgeber – mit nacktem Oberkörper anwesend waren. Das spätere Opfer bestritt bei seiner Zeugenvernehmung nicht, den Angeklagten provoziert zu haben. Bloße Oberkörper machten dessen Freundin geil. „Sie steht auf meine Nippel“, soll der 23-Jährige zum Freund der jungen Dame gesagt haben.

Nach Angaben von Polizeibeamten waren die Beteiligten beim Ausbruch der Handgreiflichkeiten am frühen Morgen so stark alkoholisiert, dass eine Klärung des Geschehens vor Ort nicht möglich war.

Amtsgerichtsdirektorin Andrea Hülshorst zeigte viel Verständnis für den Angeklagten, würdigte dessen klare Berufsausrichtung und soziale Bindung. „Sie sind provoziert worden, aber das rechtfertigt keine Tätlichkeit“, betonte die Richterin auf der anderen Seite. Besser wäre es gewesen, die Feier einfach zu verlassen.

Bei der Bemessung des Strafmaßes folgte Richterin Hülshorst dem Antrag der Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Der Rechtsanwalt des Angeklagten hatte die Provokation seines Mandanten herausgestellt und ein Urteil „in das Ermessen des Gerichtes“ gestellt.

Seine milde Strafe hat der wegen Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte auch mit einem „Geständnis in letzter Minute“ ermöglicht. Dass er den 23-Jährigen geschlagen habe, räumte er nunmehr ein. An den beiden früheren Verhandlungstagen hatte der Mann geschwiegen. (off)

Quelle: HNA

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